Rentenbeitrag

Reform der Betriebsrente Zauberwort: Zielrente

Stand: 24.05.2017 12:48 Uhr

Nichts ist mehr garantiert, dafür sollen alle profitieren: Genauso klingt das Konzept für die Reform der Betriebsrente, auf das sich Union und SPD nun grundsätzlich geeinigt haben. Doch was zunächst widersprüchlich klingt, könnte auch aus Gewerkschaftssicht funktionieren.

Vorsorgen fürs Alter - viele setzen dabei neben der gesetzlichen Rente auch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Doch bislang profitierten davon vor allem Beschäftigte in größeren Betrieben, Mitarbeiter von Kleinst- und mittelständischen Unternehmen blieb dieser Weg der Vorsorge oft verwehrt. Das soll sich nun ändern: Union und SPD haben sich nun auf eine Reform der derzeitigen Betriebsrente geeinigt.

Der Hauptknackpunkt: Die Unternehmen müssen künftig keine Betriebsrente in einer bestimmten Höhe garantieren. Diese Verpflichtung hatte bislang viele Firmen davon abgehalten, überhaupt eine Betriebsrente anzubieten. Denn hätte der Arbeitgeber die Rente nicht zahlen können, hätte er dafür die Haftung übernehmen müssen. Für diesen Fall mussten die Unternehmen Rücklagen bilden.

Unverbindliche Zielrente für Mitarbeiter

Was nun kommt ist die sogenannte Zielrente: Es soll also kein fester Betrag mehr zugesichert, sondern nur noch als Ziel genannt werden. Zudem werden die Betriebe enthaftet, Rücklagen sind also nicht mehr möglich. Dafür könnte die neue Zielrente künftig in Tarifverträgen festgeschrieben werden.

Union und SPD erhoffen sich, dass Arbeitnehmer eher eine Betriebsrente für die ganze Belegschaft anbieten und dass durch die unverbindlichen Beiträge höhere Renditen erzielt werden können.

Ein "ausgewogener Kompromiss"

Hatte es zu Beginn noch Kritik von Gewerkschaftsseite zu den Reformplänen gegeben, bezeichnete der Arbeitgeberverband Gesamtmetall die nun erzielte Einigung als "ausgewogenen Kompromiss" von dem "alle Beteiligten profitieren", sagte Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. Die Beschäftigten könnten höhere Erträge erwarten und die fehlende Haftung werde "mehr Unternehmen dazu bewegen, ihren Beschäftigten eine betriebliche Altersversorgung anzubieten".

Nun muss noch der Bundestag dem Gesetzentwurf zustimmen - das soll bereits am 1. Juni geschehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Mai 2017 um 15:00 Uhr.

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