Einsatzkräfte der Polizei stehen vor einem Mehrfamilienhaus in Boldebuck | Bildquelle: dpa

Wohnungen durchsucht Drei Festnahmen bei Anti-Terror-Einsatz in Güstrow

Stand: 26.07.2017 14:57 Uhr

Die Polizei hat in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Gebäude durchsucht und drei mutmaßliche Islamisten festgenommen. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft. Medienberichten zufolge suchten die Ermittler nach Sprengstoff.

In Güstrow und umliegenden Dörfern in Mecklenburg-Vorpommern haben Polizei und Spezialkräfte am frühen Morgen drei mutmaßliche Islamisten in Gewahrsam genommen. Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, ermittelt die Behörde wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Den Angaben zufolge wurden die drei Männer zunächst nur auf Grundlage des Gefahrenabwehrrechts von der Polizei in Gewahrsam genommen. Die Durchsuchungen dauerten auch am frühen Nachmittag noch an, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Weitere Angaben wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Nach Informationen der "Schweriner Volkszeitung" suchten die Einsatzkräfte unter anderem nach Sprengstoff. An dem Großeinsatz in der 30.0000-Einwohner-Stadt sind auch Beamte des Bundeskriminalamtes beteiligt.

"Vorbeugende Gefahrenabwehr"

Gestern Abend hatten die Ermittler nach SWR-Informationen vor Ort "ungewöhnliche Aktivitäten" einer Gruppe von Verdächtigen festgestellt, die bereits länger beobachtet wurde. Deswegen entschied sich die Polizei von Mecklenburg Vorpommern unabhängig vom Ermittlungsverfahren zu Festnahmen und Durchsuchungen auf der Basis des Polizeirechts.

Im Gegensatz zu strafrechtlichen Ermittlungen, bei denen es um die Bestrafung von möglichen Tätern geht, steht bei polizeirechtlichen Maßnahmen die vorbeugende Gefahrenabwehr im Vordergrund. Es handelte sich bei den Durchsuchungen also nicht um eine richterlich angeordnete Maßnahme des eigentlichen Ermittlungsverfahrens, sondern um eine Art Notmaßnahme, die kurzfristig improvisiert wurde, um eine mögliche Gefahr zu beseitigen.

Mit Informationen von ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt, SWR

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juli 2017 um 14:00 Uhr.

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