Polizisten im Plattenbauviertel Neu Zippendorf in Schwerin  | Bildquelle: dpa

Offenbar Anschlag in Deutschland geplant Syrer wegen Terrorverdachts festgenommen

Stand: 31.10.2017 14:44 Uhr

Ein 19-jähriger Syrer ist wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in Schwerin festgenommen worden. Laut Bundesanwaltschaft soll er einen "islamistisch motivierten Anschlag" mit hochexplosivem Sprengstoff in Deutschland geplant und bereits konkret vorbereitet haben.

Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne ist in Schwerin ein 19-jähriger Syrer festgenommen worden. Yamen A. sei "dringend verdächtig", einen "islamistisch motivierten Anschlag mit hochexplosivem Sprengstoff in Deutschland geplant und bereits konkret vorbereitet zu haben", teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Bundesanwaltschaft gibt Auskunft zu terrorverdächtigem Syrer
tagesschau24 15:00 Uhr, 31.10.2017

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Bauteile und Chemikalien beschafft

Yamen A. habe nach den bisherigen Erkenntnissen "spätestens im Juli 2017" den Entschluss gefasst, in Deutschland einen Sprengsatz zu zünden, "um eine möglichst große Anzahl von Personen zu töten und zu verletzen". Er habe sich dann Bauteile und Chemikalien zur Herstellung eines Sprengsatzes beschafft. Ob der Beschuldigte bereits ein konkretes Ziel für den Anschlag ausgesucht hatte, ist noch unklar.

Kontakt zu IS übers Internet

Über das Internet habe Yamen A. Kontakt zu einer Person gehabt, die sich selbst als "Soldat des Kalifats", also als Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat", bezeichnete. "Wir wissen aber nicht, wer diese Person ist, und wir wissen nicht, ob er den Festgenommenen in seinen Plänen bestärkt hat", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Deshalb werde gegen den Syrer zunächst nicht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt, sondern wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Mehrere Wohnungen durchsucht

Yamen A. wurde den Angaben zufolge am frühen Morgen durch Spezialkräfte der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes festgenommen. Bei dem Anti-Terror-Einsatz seien um 6.00 Uhr zeitgleich drei Wohnungen in einer Plattenbau-Siedlung im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf durchsucht worden, wie die Schweriner Polizei mitteilte.

Demnach befanden sich die Wohnungen in unmittelbarer Nähe zueinander. In den Wohnungen hielten sich nach Angaben des Polizeisprechers mehrere Personen auf. Weitere Menschen seien aber nicht festgenommen worden. Laut der Polizei besteht keine akute Bedrohung für die Bevölkerung.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere gibt vor Mikrofonen ein Statement zur Festnahme eines Syrers ab. | Bildquelle: dpa
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Bundesinnenminister Thomas de Maiziere gibt seine Erklärung am Rande des Festakts zum Reformationstag in Wittenberg ab.

De Maizière: "Zugriff zum richtigen Zeitpunkt"

Nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière wurde mit der Festnahme ein "schwerer Terroranschlag" verhindert. "Nach allem was wir wissen, erfolgte der Zugriff zum richtigen Zeitpunkt: spät genug, um Beweise zu sichern und gleichzeitig früh genug, um die Gefahr zuverlässig zu bannen." Alle Beteiligten hätten "hervorragende Arbeit" geleistet, lobte der Minister. Die Gefährdungslage in Deutschland sei unverändert hoch.

In Deutschland hat es bereits wiederholt Festnahmen von Verdächtigen gegeben, die aus islamistischen Motiven einen Anschlag vorbereitet haben sollen. So wurde zuletzt am Mittwoch vergangener Woche in Berlin ein 40-Jähriger festgenommen, den die Ermittlungsbehörden der Islamistenszene zurechnen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Oktober 2017 um 09:00 Uhr.

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