Ein Lastwagen ist in den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast und steht zwischen zerstörten Buden. | Bildquelle: REUTERS

Chronologie des Anschlags Tage der Unsicherheit

Stand: 23.12.2016 15:30 Uhr

Anis Amri ist tot. Doch bevor diese Nachricht die Bevölkerung erreichte, hielt der Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz und die Fahndung nach dem Täter die Öffentlichkeit in Atem. Ein Überblick über die Woche des Attentats.

Von Julian Heißler, tagesschau.de

Montag, 19.12.

Am Vormittag

Der Lkw-Fahrer Lukasz U. erreicht Berlin. Er lenkt einen Sattelschlepper, Modell Scania R 450, der mit 25 Tonnen Stahl beladen ist. U. will ihn in der Berliner Niederlassung von ThyssenKrupp entladen lassen, wird jedoch auf den nächsten Tag vertröstet. Er parkt den Lkw am Kanal schräg gegenüber, am Friedrich-Krause-Ufer. Gegen 13 Uhr telefoniert U. mit seinem Cousin in Polen, dem Besitzer der Spedition, für die U. fährt. Gegen 15 Uhr spricht er noch kurz mit seiner Frau. Danach geht er nicht mehr ans Telefon.

Gegen 16 Uhr

Der Lastwagen wird mehrmals gestartet.

19:34 Uhr

Der Sattelschlepper verlässt seinen Parkplatz am Friedrich-Krause-Ufer.

20:02 Uhr

Der Lkw fährt mit hoher Geschwindigkeit von Westen kommend an der Ecke Kantstraße/Budapester Straße über den Gehsteig am Breitscheidplatz auf den gut besuchten Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Nach 60 bis 80 Metern durchbricht er die Weihnachtsmarktbuden zu seiner Linken und kommt halb auf der Budapester Straße zum Stehen. Ein Mann steigt aus dem Sattelschlepper und flüchtet. Auf dem Beifahrersitz bleibt ein zweiter Mann bewegungslos sitzen. Er wird später als Lukasz U. identifiziert. Ermittler gehen davon aus, dass er zur Zeit des Attentats mit dem Tod ringt. Sein Cousin berichtet später von Stichverletzungen an U.s Körper. Laut Obduktion stirbt er durch einen Kopfschuss.

Karte: Die Route des LKW, der am 20.12.2016 ungebremst in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin fuhr. (Grafik: rbb|24/Rike Runge, Kartengrundlage: Bing)
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Die Route des Lkw beim Attentat am Montag.

20:04 Uhr

In der Feuerwache Rankestraße geht der erste Alarm ein. Es folgt ein Großeinsatz mit 130 Feuerwehrleuten. Die Polizei sperrt den Tatort weiträumig ab und beginnt mit den Ermittlungen.

20:25 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält ein kurzes Grußwort bei der Verleihung der Integrationsmedaille im Kanzleramt. Am Rande der Veranstaltung wird sie über den Vorfall am Breitscheidplatz informiert. Sie verlässt die Verleihung.

20:41 Uhr

Die Berliner Polizei teilt über ihren Twitter-Account mit, dass ein Lkw über den Gehweg am Breitscheidplatz gefahren ist. Es gebe Verletzte.

Polizei Berlin @polizeiberlin
+EIL+ Soeben ist ein LKW über den Gehweg am #Breitscheidplatz gefahren. Unsere Kolleg. melden Verletzte. Weitere Infos folgen hier. ^tsm

20:56 Uhr

Eine Polizeistreife nimmt an der Siegessäule einen Verdächtigen fest.

21:10 Uhr

Die Polizei bestätigt neun Tote und viele Verletzte.

Polizei Berlin @polizeiberlin
Wir können 9 Tote & viele Verletzte bestätigen. Viele Kolleg. sind am #Breitscheidplatz im Einsatz um die Hintergründe zu ermitteln.

21:45 Uhr

Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, trifft am Breitscheidplatz ein. Er spricht von einem "Schock", die Situation sei jedoch unter Kontrolle.

Die am 20.12.2016 zur Verfügung gestellte, undatierte Luftaufnahme aus einem Polizeihubschrauber zeigt den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz und die Gedächtniskirche bei Dunkelheit in Berlin vor dem Anschlag mit einem Lastwagen. (Quelle: dpa | Polizei Berlin) | Bildquelle: dpa
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Der Ort des Anschlags von oben.

21:57 Uhr

Die Polizei teilt mit, eine verdächtige Person festgenommen zu haben. Es werde geprüft, ob es sich um den Lkw-Fahrer handle.

23 Uhr

Berlins Innensenator Andreas Geisel sagt, es werde geprüft, ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall handelt.

23:35 Uhr

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagt im nachtmagazin, er wolle das Wort "Anschlag" noch nicht in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spreche.

Thomas de Maizière, CDU, Bundesinnenminister, zum Vorfall auf dem Weihnachtsmarkt
nachtmagazin 23:55 Uhr, 19.12.2016

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Dienstag, 20.12.

1:49 Uhr

Die Polizei teilt mit, die Zahl der Todesopfer sei auf zwölf gestiegen. 48 Menschen seien verletzt worden.

PolizeiBerlinEinsatz @PolizeiBerlin_E
Traurige Gewissheit, heute verloren am #Breitscheidplatz 12 Menschen ihr Leben, 48 liegen, zum Teil schwer verletzt, in Krankenhäusern.

3 Uhr

Die Polizei durchsucht die Flüchtlingsunterkunft im früheren Flughafen Tempelhof. Dort lebte auch der festgenommene Verdächtige. Um 8 Uhr wird der Einsatz beendet.

5:51 Uhr

Die Polizei geht davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge gesteuert wurde.

PolizeiBerlinEinsatz @PolizeiBerlin_E
Unsere Ermittler gehen davon aus, dass der LKW vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am #Breitscheidplatz gesteuert wurde

8:15 Uhr

Der Generalbundesanwalt übernimmt den Fall. Die Abteilung Terrorismus ermittelt.

9 Uhr

Die Innenminister von Bund und Ländern kommen zu einer Telefonschaltkonferenz zusammen. Sie einigen sich darauf, dass die Weihnachtsmärkte in Deutschland offen bleiben sollen. Nur in Berlin schließen sie für einen Tag - aus Respekt vor den Opfern. In den folgenden Stunden geben die Landesinnenminister bekannt, die Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten und bei Großveranstaltungen zu verstärken.

11 Uhr

Im Kanzleramt tritt Merkel vor die Presse. Die Deutschen seien "in tiefer Trauer vereint", sagt sie. Anschließend tagt das Sicherheitskabinett.

Angela Merkel gibt Presseerklärung ab
tagesschau24 11:00 Uhr, 20.12.2016

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12:35 Uhr

Bundesinnenminister Thomas de Maizière bestätigt vor der Presse: "Wir haben es mit einem brutalen Attentat zu tun."

Thomas de Maizière, CDU, Bundesinnenminister, gibt Presseerklärung ab
tagesschau 12:00 Uhr, 20.12.2016

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gegen 13 Uhr

Der Verdächtige streitet die Tat ab. Auch den Ermittlern kommen Zweifel. Die Zeitung "Die Welt" meldet als erste, dass die Berliner Polizei davon ausgeht, dass der festgenommene Verdächtige doch nicht der Fahrer des Lkw ist. Kurz darauf bestätigt Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt die Zweifel. Auch Generalbundesanwalt Peter Frank gibt auf einer Pressekonferenz bekannt: "Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass der festgenommene Pakistani nicht der Täter ist." Später wird klar: Die Behörden haben tatsächlich den Falschen. Am Abend kommt der Festgenommene wieder frei.

PolizeiBerlinEinsatz @PolizeiBerlin_E
Der festgenommene Tatverdächtige streitet derzeit die Tat am #Breitscheidplatz ab. Wir sind daher besonders wachsam. Seien Sie es bitte auch

14:18 Uhr

Bundespräsident Joachim Gauck tritt vor die Presse. "Dies war ein Angriff auf unsere Mitte, auf unsere Art zu leben", erklärt er. Der Angriff werde die deutsche Gesellschaft aber nicht erschüttern. "Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen."

15 Uhr

Merkel, de Maizière, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Bürgermeister Müller besuchen den Breitscheidplatz. Sie legen weiße Rosen nieder.

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Ort des Anschlages in Berlin | Bildquelle: dpa
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Merkel, de Maizière, Steinmeier und Müller gedenken der Opfer.

18 Uhr

In der Gedächtniskirche findet ein Gedenkgottesdienst statt.

19:45 Uhr

De Maizière sagt in einem Interview, es sei nicht auszuschließen, "dass der Täter flüchtig ist". Es gebe Fahndungsansätze. Kurz zuvor war auf einer weiteren Telefonkonferenz der Innenminister besprochen worden, dass Indizien auf einen neuen Tatverdächtigen hinweisen. Eine Fahndung läuft, zunächst jedoch verdeckt.

20:20 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamiert den Anschlag für sich.

Mittwoch, 21.12.

Gegen 11 Uhr

Die ersten Medien berichten über die Fahndung nach dem neuen Verdächtigen. Unter dem Fahrersitz des Lkw sei eine Duldungsbescheinigung gefunden worden. Auch der Name des mutmaßlichen Täters, Anis Amri, wird öffentlich.

12:30 Uhr

Im Bundestag kommt der Innenausschuss zu einer Sondersitzung zusammen. Innenminister de Maizière und die Chefs der Sicherheitsbehörden informieren die Abgeordneten über den Stand der Ermittlungen.

14:40 Uhr

De Maizière gibt bekannt, dass ein Verdächtiger seit Mitternacht europaweit zur Fahndung ausgeschrieben ist. Es sei aber keine öffentliche Fahndung. Zur Identität des Verdächtigen äußert er sich nicht.

17:39 Uhr

Die Fahndung nach Anis Amri wird offiziell öffentlich gemacht. Das Bundeskriminalamt setzt eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro für Hinweise aus, die zu seiner Ergreifung führen.

Fahndungsfoto Amri | Bildquelle: dpa
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Die Fahndungsfotos von Anis Amri.

Donnerstag, 22.12.

Gegen 12 Uhr

Erste Medien berichten, dass am Lkw die Fingerabdrücke das Tatverdächtigen Anis Amri gefunden wurden. Zuvor werden bereits weitere Informationen über den mutmaßlichen Täter bekannt. Laut "New York Times" war er den US-Behörden bekannt und wurde auf einer Flugverbotsliste geführt. Er soll in Deutschland in Abschiebehaft gesessen haben, jedoch nach einem Tag wieder entlassen worden sein. Auch wurde er von den deutschen Sicherheitsbehörden als Gefährder geführt und zeitweise überwacht. Er werde als "hochmobil" eingeschätzt. Später stellte sich heraus, dass Amri acht verschiedene Identitäten genutzt haben soll. Einen Asylantrag, den er gestellt hatte, lehnten die Behörden im Juli ab.

16 Uhr

Die Bundesregierung bestätigt den Fund der Fingerabdrücke. Anis Amri sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" der Attentäter vom Breitscheidplatz.

Freitag, 23.12.

Gegen 3 Uhr

Anis Amri wird laut Angaben des italienischen Innenministers in Mailand erschossen. Zwei Polizisten hätten ihn in der Nähe des Hauptbahnhofs kontrollieren wollen, da habe Amri seine Waffe gezogen und auf die Beamten geschossen. Ein Polizist sei schwer verletzt worden, der andere habe Amri getötet.

Amri sei durch seine Fingerabdrücke eindeutig identifiziert worden, so das italienische Innenministerium. Ersten Ermittlungen zufolge reiste er offenbar mit dem Zug über Paris nach Mailand.

Um 10:25 Uhr melden die ersten Medien den Tod von Anis Amri.

Über dieses Thema berichtete der ARD-Brennpunkt am 23. Dezember 2016 um 20:15 Uhr.

Autor

Julian Heißler Logo tagesschau.de

Julian Heißler, tagesschau.de

@pjheissler bei Twitter
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