Moschee in Berlin | Bildquelle: dpa

37 Vorfälle seit Jahresbeginn Deutlich mehr Angriffe auf türkische Einrichtungen

Stand: 20.03.2018 03:59 Uhr

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei insgesamt 13 Übergriffe auf türkische Einrichtungen in Deutschland gezählt - in den ersten Monaten 2018 sind es laut einem Medienbericht bereits 37. Hintergrund dürfte die türkische Offensive in Afrin sein.

Im Zusammenhang mit der Offensive der türkischen Armee in der Kurden-Region Afrin in Syrien ist die Zahl der Übergriffe auf türkische Einrichtungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die deutschen Polizeibehörden haben einem Bericht zufolge in diesem Jahr bislang 37 Angriffe mutmaßlich prokurdischer Aktivisten auf Moscheen, Kulturvereine oder türkische Restaurants registriert. Dies berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Bundesinnenministerium.

Vergangenes Jahr waren es demnach insgesamt nur 13 solcher Übergriffe. Eine Ministeriumssprecherin sagte den Zeitungen, für beide Zeiträume handele es sich um vorläufige Zahlen, die durch Nachmeldungen noch steigen oder sinken könnten.

Deutschland als Spiegel türkisch-kurdischer Konflikte

In den vergangenen Tagen waren in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg Brandanschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen verübt worden. "Deutschland ist mit Blick auf die hier lebende große Zahl von Menschen mit Bezug zur Türkei seit jeher Spiegel und Resonanzboden türkisch-kurdischer Konflikte", sagte die Sprecherin den Zeitungen. "Dies gilt in besonderer Weise vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in und um Afrin."

In der nordsyrischen Region geht die türkische Armee seit dem 20. Januar gegen die Kurdenmiliz YPG vor. Die Türkei stuft die YPG wegen ihrer Verbindungen zur PKK als Terrororganisation ein. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA) hatte Ende vergangener Woche der Zeitung "Welt" gesagt, die Behörde erwarte weitere Gewalttaten als Reaktion auf die türkische Offensive gegen Kurden in Nordsyrien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2018 um 06:00 Uhr.

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