Alexander Gauland | Bildquelle: REUTERS

Gauland im Bericht aus Berlin "Es war eine gefährliche Situation"

Stand: 04.12.2017 10:56 Uhr

"Die innerparteiliche Arithmetik war gefährdet" - damit begründete Alexander Gauland seine Kandidatur zum AfD-Co-Sprecher, zu dem er sich am Samstag wählen ließ. Im Bericht aus Berlin betonte er, dass die Partei Realpolitik betreibe.

Der neu gewählte AfD-Co-Sprecher, Alexander Gauland, hat seine Kandidatur zu diesem Posten bei der gestrigen Parteitagsabstimmung verteidigt. "Die innerparteiliche Arithmetik war in dem Moment gefährdet", sagte er im Bericht aus Berlin.

Bei zwei Wahlgängen zuvor hatten die beiden Kandidaten keine ausreichende Mehrheit errungen. Es traten der als moderat geltende Berliner AfD-Landeschef Georg Pazderski und die kaum bekannte schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein gegeneinander an.

Die Situation sei gefährlich für die Partei gewesen, weil diese beiden Kandidaten für unterschiedliche Richtungen in der Partei stünden, so Gauland. "Deswegen habe ich mich in der Tat von verschiedenen Freunden von verschiedenen Richtungen in die Pflicht nehmen lassen." Es sei bekannt, dass er mit seinen 76 Jahren nicht habe kandidieren wollen.

Alexander Gauland, AfD-Bundessprecher, zu dem Parteitag
Bericht aus Berlin , 03.12.2017

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"Eine an die Seele der Partei appellierende Rede"

Die beiden knappen Wahlergebnisse für Pazderski und von Sayn-Wittgenstein sagten nichts über die Kräfteverhältnisse in der Partei aus, so Gauland. Den Ausschlag habe vielmehr die Rede von Sayn-Wittgenstein gegeben:

"Diese unbekannte Kandidatin hat eine an die Seele der Partei appellierende, zu Herzen gehende Rede gehalten. Man muss einfach einräumen, dass diese Rede so viel besser war als die des anderen Kandidaten, dass die Dame wahrscheinlich auch so viele Stimmen bekommen hätte, wenn sie eine linksgrüne Vergangenheit gehabt hätte."

Es habe mit einer gewissen Emotionalität von Parteitagen zu tun, "dass die Menschen darauf reagieren, wenn die Menschen so angesprochen werden, wie sie es gern hätten. Das ist gestern geschehen."

"Partei betreibt Realpolitik"

Gauland wies im Bericht aus Berlin eine Behauptung von Ex-Parteichefin Frauke Petry zurück, wonach er eine Marionette des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke sei, der dem rechtsnationalen Flügel der Partei angehört. Die beiden AfD-Chef Jörg Meuthen und Gauland seien Höckes Leute, hatte sie der "Bild"-Zeitung gesagt.

Petry sei von Hass getrieben, sagte Gauland. Jeder in der Partei, auch diejenigen aus dem "gemäßigten Flügel," wüssten, dass er keine Marionette in irgendeiner Hand sei, so Gauland. Es sei bekannt, dass er immer für den Zusammenhalt der Partei eingetreten sei. "Frauke Petry hat die Partei in einer Art verlassen, dass sie für mich keinerlei Maßstäbe mehr setzt mit ihren Äußerungen", fügte Gauland hinzu.

Ebenso wies er die Behauptung zurück, die realpolitische Kursphase in der Partei sei zu Ende. Im Bundestag stelle die AfD-Fraktion "Stück für Stück reale Anträge" und habe zum Beispiel unterschiedlich auf die Verlängerung der Bundeswehrmandate reagiert. "Wir machen Realpolitik im Bundestag und natürlich auch außerhalb des Bundestages."

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 03. Dezember 2017 um 18:30 Uhr.

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