Die AfD-Demo und der bunte Gegenprotest in Berlin | Bildquelle: dpa

AfD-Demo in Berlin Systemkritik trifft auf bunten Protest

Stand: 27.05.2018 19:25 Uhr

Begleitet von Protesten haben 5000 AfD-Anhänger in Berlin demonstriert: Gegen die Kanzlerin, für die "Zukunft Deutschlands". An den 13 Gegendemos nahmen laut Polizei mindestens 25.000 Menschen teil.

Aus ganz Deutschland sind Tausende AfD-Anhänger nach Berlin gereist. In der Hauptstadt gingen sie bei einer Großdemonstration unter dem Motto "Zukunft Deutschland" gegen die Regierung auf die Straße. Laut Polizei nahmen 5000 Menschen teil, die AfD gab die Teilnehmerzahl mit 8000 an. Es gab vereinzelte Zusammenstöße mit der Polizei. Die befürchteten Auseinandersetzungen mit Linksautonomen blieben jedoch aus.

ARD-Korrespondent Robin Lautenbach berichtet, dass die Partei den Schulterschluss mit der "Pegida"-Bewegung aus Dresden sucht. Davon verspreche sich die inzwischen im Bundestag vertretene Partei, den Kontakt zur Basis zu halten.

AfD-Kundgebung und Gegendemo in Berlin
tagesthemen 22:45 Uhr, 27.05.2018, Andreas Jöhrens, ARD Berlin

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Flüchtlingspolitik zentrales Thema auf Abschlusskundgebung

Auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor ging der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen mit Kanzlerin Angela Merkel scharf ins Gericht, nannte sie eine "Hohepriesterin des Zynismus der Macht". Mit ihrer Flüchtlingspolitik werde "Deutschland buchstäblich hergeschenkt". Co-Vorsitzender Alexander Gauland sagte, die etablierten Parteien "lieben die Fremden, nicht uns, nicht euch, nicht die Deutschen".

Die Polizei hatte den Platz abgeriegelt, Gegendemonstranten aber in Sichtweite gehalten. Diese versuchten, die AfD-Kundgebung durch ein lautstarkes Pfeifkonzert zu stören. Immer wieder waren "Nazis-raus"-Rufe zu hören, die Teilnehmer der AfD-Demonstration beschimpften wiederum die Anhänger der Antifa-Bewegung. Sie richteten ihren lautstarken Protest gegen Merkel, Flüchtlinge und Ausländer. Auf Transparenten und Plakaten stand etwa "Kein Pass - kein Eintritt" oder "Der Islam gehört nicht zu Europa".

Von Storch kritisiert Özil

Die AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch kritisierte während der Kundgebung unter anderem den türkischstämmigen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil. Dieser sei ein Beispiel "für eine grandios gescheiterte Integration" und "kein Deutscher", rief von Storch.  Özil und sein Teamkollege Ilkay Gündogan hatte eine Welle der Empörung ausgelöst, als sie sich Mitte Mai mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in London getroffen hatten.

Gegendemonstration AFD Berlin | Bildquelle: dpa
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Anti-AfD-Protest in der Nähe der Siegessäule

AfD "wegbassen"

Bei bestem Sommerwetter hatten sich laut Polizei 25.000 Gegendemonstranten an verschiedenen Orten versammelt. Die Veranstalter sprachen von insgesamt 70.000 Teilnehmern. Vor dem Reichstagsgebäude trafen sich das Berliner Bündnis gegen Rechts und die Initiative Aufstehen gegen Rassismus. Ganz in Silber und Gold verlief eine "Glänzende Demonstration" von Künstlern über Unter den Linden zum Pariser Platz am Brandenburger Tor. 

Ein von der Berliner Clubszene organisierter Umzug von rund 30 Musikwagen zog über die Siegessäule zur Straße des 17. Juni. "AfD wegbassen" hieß das Motto der lautstarken Karawane, die sich teilweise entlang der Strecke der einstigen Berliner Loveparade bewegte. Auch am Potsdamer Platz und in der Nähe des Hauptbahnhofs trafen sich Techno-Fans, um ihren Protest mit Musik zu äußern. Rund 20 Boote waren auf der Spree unter Elektromusik von Berlin-Friedrichshain in Richtung Hauptbahnhof gefahren. "Nie wieder braune Soße" war auf einem Floß zu lesen.

Einzelne Auseinandersetzungen

Um ein Aufeinandertreffen der beiden Lager zu vermeiden, sperrte die Polizei mehrere Brücken rund um den Reichstag. Einzelne Auseinandersetzungen gab es nach Angaben eines Polizeisprechers zwischen Demonstranten und Einsatzkräften bei einer Gegendemo vom Stadtteil Kreuzberg aus in Richtung Mitte. Die Beamten setzten Pfefferspray ein, als Demonstranten versuchten, Absperrungen zwischen verschiedenen Versammlungen am Leipziger Platz zu durchbrechen. Die Polizei war mit rund 2000 Beamten im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Mai 2018 um 13:15 Uhr.

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