Geschlossene Zufahrtsstarße nach Zermatt | Bildquelle: AP

Zufahrtswege geschlossen Zu viel Schnee in Zermatt

Stand: 21.01.2018 21:21 Uhr

Im schweizerischen Zermatt sind erneut Tausende Urlauber eingeschneit. Ob per Bahn, Auto oder Helikopter - alle Wege in den Wintersportort sind derzeit dicht. Probleme gibt es auch in Österreich.

Der schweizerische Wintersportort Zermatt ist erneut von der Außenwelt abgeschnitten. Der Zugverkehr sei wegen der Lawinengefahr eingestellt worden, sagte ein Sprecher der Matterhorn Gotthard Bahn. Auch die Zufahrtsstraße sei gesperrt. Bis wann die Sperrung dauert, sei noch unklar, hieß es in Zermatt. "Es sind neue Schneefälle angekündigt."

Die Region rechnete in der Nacht zum Montag mit bis zu 70 Zentimeter Neuschnee. Betroffen von der Sperre sind nach Angaben des Tourismusbüros unter anderem die 9000 Gäste im Ort. Am Sonntagabend wurde in Zermatt die höchste Lawinengefahrstufe ausgerufen, fast alle Pisten sind geschlossen.

Im Dorf, das auf 1600 Metern liegt, haben sich fast zwei Meter Schnee angesammelt. Auf den Bergen rund um den bekannten Skiort türmen sich die Schneemassen auf mindestens drei Meter Höhe. 

Eine Familie wartet in Zermatt auf einen Helikopter | Bildquelle: dpa
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Der Abtransport aus Zermatt per Helikopter war kurzzeitig möglich.

Helikopter-Shuttle nur kurzzeitig möglich

Seit Sonntagmittag hatte Air Zermatt Shuttle-Flüge zwischen Zermatt und dem sechs Kilometer entfernten Täsch eingerichtet. Laut Gemeinde waren die Tickets schon nach kurzer Zeit ausverkauft. Fotos zeigten lange Warteschlangen am Startplatz. Nach kurzer Zeit mussten diese Flüge wegen des schlechten Wetters aber eingestellt werden.

Bei der jüngsten Sperre von Straße und Bahn in der zweiten Januarwoche hatte Air Zermatt nach eigenen Angaben 2200 Gäste, Einheimische und Angestellte von oder nach Zermatt geflogen. Außerdem wurden 67 Tonnen Güter transportiert. 

Die Behörden hatten nach erneuten ergiebigen Schneefällen in Teilen der Schweiz die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Es wird damit gerechnet, dass im Wallis sogar die höchste Gefahrenstufe erreicht wird. Es wäre das erste Mal seit 1999.

St. Anton ebenfalls eingeschneit

Auch in Österreich ist die Lage teilweise angespannt. In St. Anton war die An- und Abfahrt - wenn überhaupt - nur unter großen Mühen möglich. Am Sonntagnachmittag erlaubte die Polizei die Abreise nur in Fahrzeugen mit Ketten. Außerdem wurden Busse mit Polizei- und Feuerwehrbegleitung eingesetzt, um die Touristen ins Tal zu bringen.

In Österreich waren erneut viele Bahnstrecken wegen Lawinengefahr gesperrt. Dazu zählt auch die Verbindung zwischen Landeck in Tirol und Bludenz in Vorarlberg. Das bedeutete, dass alle Bahnreisenden zwischen der Schweiz und Österreich auf diesem Streckenabschnitt auf Busse ausweichen mussten. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollten für betroffene Kunden im Bedarfsfall Ersatzquartiere bereitstellen.

Über dieses Thema berichteten am 23. Januar 2018 die tagesschau um 17:00 Uhr und das Erste um 17:15 Uhr in der Sendung "Brisant".

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