Der ehemalige Ölmanager Trinh Xuan Thanh steht in Hanoi vor Gericht. | Bildquelle: AP

Entführung nach Vietnam Ölmanager Thanh droht Todesstrafe

Stand: 24.01.2018 08:24 Uhr

Der Fall sorgt für Spannungen zwischen Deutschland und Vietnam. Jetzt steht der vermutlich aus Berlin entführte Ölmanager Trinh Xuan Thanh in Vietnam erneut vor Gericht - ihm droht die Todesstrafe.

Der mutmaßlich aus Berlin entführte Ex-Chef eines vietnamesischen Ölkonzerns muss sich in seinem Heimatland ein weiteres Mal vor Gericht verantworten. Trinh Xuan Thanh droht bei dem heute beginnenden Prozess wegen Veruntreuung die Todesstrafe. Das Urteil des Volksgerichts Hanoi wird im Februar erwartet.

Die Anklage wirft ihm vor, bei einem Bauprojekt umgerechnet rund 500.000 Euro unterschlagen zu haben. Thanh war erst am Montag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er war früher Chef einer Tochtergesellschaft des staatlichen Öl- und Gaskonzerns PetroVietnam.

Nach Deutschland abgesetzt

Der Geschäftsmann hatte sich nach dem Bekanntwerden erster Vorwürfe 2016 nach Deutschland abgesetzt, wo er schon in den 1990er-Jahren lebte. In Berlin bemühte er sich bis zu seinem plötzlichen Verschwinden um eine Anerkennung als Asylbewerber.

Deutschland wirft den vietnamesischen Geheimdiensten vor, den Verdächtigen im vergangenen Jahr aus einem Park in Berlin entführt und damit deutsche und internationale Gesetze gebrochen zu haben. Vietnam wies die Vorwürfe bisher stets zurück und erklärte, Thanh habe sich selbst der Polizei gestellt. Der Vorfall belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Hanoi. Wegen seiner mutmaßlichen Verschleppung mussten zwei vietnamesische Diplomaten die Bundesrepublik verlassen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Januar 2018 um 05:00 und 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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