Zwangsheirat im Niger, 12jähriges Mädchen  | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Bericht über Zwangsheirat Zur Ehe gezwungen

Stand: 11.10.2016 08:34 Uhr

Weltweit haben rund 700 Millionen Frauen bereits vor ihrem 18. Geburtstag geheiratet. Oft unter Zwang, bemängelt "Save the Children". Das Problem der Kinderehen ist in Indien und Afrika besonders groß, doch auch Deutschland wird kritisiert.

Rund 700 Millionen Frauen haben bereits vor ihrem 18. Lebensjahr geheiratet - diese Zahl nennt die Kinderrechtsorganisation "Save the Children" in ihrem Bericht "Jedes Mädchen zählt". Anlässlich des Weltmädchentags beklagt die Organisation, die frühe Verheiratung habe zahlreiche "Negativauswirkungen auf Mädchen" in den Bereichen Bildung, persönlicher Schutz und Gesundheit. "Kinderehen sind der Anfang eines Teufelskreises aus Benachteiligungen", erklärte die Organisation.

Problemland Indien

Den höchsten Anteil an Kinderehen hat dem Bericht zufolge Indien. Dort seien fast die Hälfte (47 Prozent) der Mädchen unter 18 Jahren betroffen. In Ländern wie Afghanistan, dem Jemen und Somalia würden Mädchen sogar im Alter von zehn Jahren verheiratet.

Am Beispiel Nigerias zeigt die Organisation auf, dass Mädchen aus armen Familien sehr viel häufiger früh verheiratet werden als ihre reicheren Altersgenossinnen. In dem afrikanischen Land seien 40 Prozent der armen Mädchen bereits mit 15 Jahren verheiratet, unter den reichsten Mädchen nur drei Prozent.

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Ranking: Deutschland auf Rang zwölf

"Save the Children" erstellte eine Rangliste von 144 Ländern, mit der aufgezeigt werden soll, wo es Mädchen am besten und am schlechtesten geht. Herangezogen wurden die fünf Indikatoren Frühverheiratung, Schulbildung, Schwangerschaft bei Jugendlichen, Müttersterblichkeit und Frauenanteil im Parlament. Nach diesen Kriterien lagen Schweden, Finnland und Norwegen an der Spitze. Deutschland kam auf Platz zwölf - ein Grund ist die relativ hohe Zahl von geschätzt 1000 Kinderehen. Probleme diagnostiziert die Organisation auch in Großbritannien und den USA. Dort sei die Zahl der Mädchen, die bereits als Jugendliche schwanger werden, verhältnismäßig hoch.

Auf den letzten Plätzen des Rankings liegen ausschließlich Länder in Afrika - Niger, der Tschad, die Zentralafrikanische Republik, Mali und Somalia.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. Oktober 2016 um 08:44 Uhr.

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