Der Papst liest auf einem Balkon ein Gebet, im Vordergrund ein mit Kugeln geschmückter Weihnachtsbaum. | Bildquelle: dpa

Großer Andrang im Petersdom Heiligabend mit dem Papst

Stand: 24.12.2016 18:53 Uhr

Jedes Jahr hoffen Tausende auf eine Eintrittskarte für den Petersdom, um dort am Heiligen Abend mit dem Papst die Christmette zu feiern. Die Sicherheitsmaßnahmen sind nach dem Anschlag von Berlin verschärft worden.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Heiligabend mit dem Papst in Rom feiern - das ist ein Traum vieler Katholiken. Alljährlich erreichen den Vatikan waschkörbeweise Briefe mit der Bitte um Eintrittskarten für die Christmette im Petersdom, erzählt der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Kurienerzbischof Georg Gänswein: "Das sind zwischen 20.000 und 25.000 Personen, die das wollen. Natürlich können nicht alle berücksichtigt werden, nicht alle Wünsche. Wir haben nicht genug Platz."

Dabei ist St. Peter die größte Papstbasilika in Rom. Wer keinen Platz im Inneren der Kirche findet, kann immerhin auf den Petersplatz ausweichen. "Es ist so, dass die Christmette auch übertragen wird", sagt Gänswein und empfiehlt: "Gut anziehen."

Vierte Weihnachtsbotschaft von der Segensloggia

Die mehrstündige Weihnachtsliturgie beginnt um 21.30 Uhr. Am Mittag des ersten Weihnachtsfeiertags richtet der Papst dann von der Segensloggia des Petersdoms aus seine inzwischen vierte Weihnachtsbotschaft an die Welt. Anschließend spendet er von dort den feierlichen Papstsegen "Urbi et Orbi", der Stadt und dem Erdkreis. In rund 60 Länder wird der Segen live übertragen.

Papst Franziskus | Bildquelle: dpa
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Papst Franziskus: "Krippen sind eine Einladung, Platz für Gott zu machen"

In der Mitte des Petersplatzes steht in diesem Jahr eine Krippe aus Malta - mit einem landestypischen Fischerboot, das an die vielen Flüchtlinge erinnern soll, die in diesem Jahr ihr Leben auf dem Mittelmeer verloren haben. Mehr als 5000 Menschen, so viele wie nie zuvor. Das Schicksal der Migranten war ein Thema, das den Papst in diesem Jahr stark beschäftigt hat. Das Mitgefühl für Arme, Schwache, Verfolgte und Kranke steht für Franziskus im Mittelpunkt der Weihnachtsbotschaft. Auch Maria und Josef hätten vergeblich nach einer Herberge gesucht.

Strenge Sicherheitsmaßnahmen rund um Petersplatz

"Die Krippen, die jetzt in den Kirchen in den Häusern und an vielen öffentlichen Orten aufgebaut werden, sind eine Einladung, in unseren Leben und in unserer Gesellschaft Platz für Gott zu machen, der sich hinter den vielen Menschen verbirgt, die in schwierigen Bedingungen leben, in Armut und Not", sagte das 80-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche vor zwei Wochen während einer Audienz.

Auch nach Abschluss des Heiligen Jahres gelten rund um den Petersplatz strenge Sicherheitsmaßnahmen, die nach dem Anschlag von Berlin nochmals deutlich verstärkt wurden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Dezember 2016 um 12:42 Uhr

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