Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen | Bildquelle: REUTERS

Von der Leyen in Afghanistan Besuch hinter schützenden Mauern

Stand: 22.12.2016 10:00 Uhr

Die Verteidigungsministerin besucht Masar-i-Scharif - das größte Feldlager der Deutschen in Afghanistan. Während von der Leyen von hohen Mauern geschützt wird, hat sich die Lage außerhalb des Camps massiv verschlechtert.

Von Sandra Petersmann, ARD-Studio Neu Delhi

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen verbringt ihren weihnachtlichen Kurzbesuch hinter den schützenden Mauern im Camp Marmal. Das Feldlager der NATO-Truppen in der Stadt Mazar-i-Sharif ist der einzige verbliebene Standort der Bundeswehr im Norden Afghanistans. Zurzeit sind hier rund 800 deutsche Soldaten stationiert.

Lage schlechter denn je

Von der Leyen ist zum fünften Mal innerhalb von drei Jahren in Afghanistan. Die Sicherheitslage hat sich in dieser Zeit massiv verschlechtert. Die Lebensbedingungen der Afghanen auch. Innerhalb des Landes sind heute fast zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Die beiden Nachbarländer Iran und Pakistan schicken massiv Afghanen zurück - seit Anfang des Jahres etwa 650.000. Die Zurückgewiesenen erhöhen die Zahl der Binnenflüchtlinge. Viele stammen aus umkämpften Gebieten, in die sie nicht zurückkehren können. 31 von 34 afghanischen Provinzen haben in diesem Jahr Kämpfe erlebt.

Tote bei Überfall auf Parlamentarier in Kabul

Bewaffnete haben in Afghanistan das Haus eines Parlamentsabgeordneten überfallen und dabei acht Menschen getötet. Bei stundenlangen Gefechten mit Sicherheitsleuten seien auch drei Angreifer ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit.

Der Parlamentarier Mir Wali ist demnach vom Dach gesprungen und verletzt worden. Unter den Toten seien auch Familienmitglieder, Freunde und Sicherheitsbeamte.

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Überfall, der am Mittwochabend begann. Sie erklärten, ihr Ziel sei ein Treffen von Militärs gewesen. Präsident Aschraf Ghani verurteilte die Attacke.

Anschlag in Afghanistan
tagesschau 12:00 Uhr, 22.12.2016

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Terror, Krieg und Tod

Am Ende dieses Jahres werden die Vereinten Nationen vermelden, dass die Zahl der getöteten oder verletzten Zivilisten mit mehr als 11.000 einen Höchststand erreicht hat. Terroranschläge und Krieg gehören zum Alltag der Menschen. Im November hatte ein Taliban-Kommando auch das deutsche Generalkonsulat in Mazar-i-Sharif angegriffen. Sechs Menschen wurden getötet, 128 verletzt. Das Auswärtige Amt entschied, das zerstörte Konsulatsgebäude aufzugeben. Die Diplomaten sind in das Bundeswehr-Feldlager gezogen, das Verteidigungsministerin von der Leyen heute besucht. Die NATO hat ihren Kampfeinsatz 2014 offiziell beendet, doch von einem schnellen Abzug redet heute keiner mehr. Der Bundestag hat das Mandat der Bundeswehr gerade für ein weiteres Jahr verlängert.

Verteidungsministerin von der Leyen in Afghanistan
Sandra Petersmann, ARD Neu-Delhi
22.12.2016 09:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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