Papst Franziskus | Bildquelle: dpa

Papst feiert im Vatikan Neue Akzente zu Weihnachten

Stand: 24.12.2015 01:12 Uhr

Die Weihnachtsrituale im Vatikan stehen in einer langen Tradition. Doch diesmal setzt Papst Franziskus neue Akzente. Im "Jahr der Barmherzigkeit", das er ausgerufen hat, stehen vor allem die Bedürftigen im Vordergrund.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

An den traditionellen Terminen an den Feiertagen ändert sich für den Papst auch dieses Jahr wenig: Am Abend feiert er in der Petersbasilika die Christmette, die mehrstündige Weihnachtsliturgie. Am 1. Feiertag um 12.00 Uhr spricht Franziskus die Weihnachtsbotschaft und spendet den berühmten Segen "Urbi et Orbi", der Stadt und dem Erdkreis. Das wird in viele Länder weltweit übertragen.

Neue Akzente

So weit, so traditionell. Dennoch setzt Franziskus auch an diesem Weihnachtsfest neue Akzente: Schließlich läuft das "Heilige Jahr der Barmherzigkeit", das der Papst am 8. Dezember in Sankt Peter, im Zentrum der katholischen Kirche, eröffnet hatte - und das er vorab schon in Bangui, in der Zentralafrikanischen Republik, ausgerufen hatte.

Auch damit wollte er ein Zeichen setzen, denn für Franziskus geschieht das Wunder der Weihnacht nicht in Glanz und Gloria, in den prunkvollen Palästen, sondern vor allem auch dort, wo man es nicht erwartet: "Wenn Du Gott suchen willst, suche ihn in der Demut, in der Armut, suche ihn da, wo er versteckt ist: bei den sehr Bedürftigen, den Kranken, den Häftlingen."

Franziskus eröffnet Caritas-Station

Der Papst versteht das ganz praktisch. Zwar war er vor Weihnachten etwas angeschlagen und hat deswegen ein paar Termine abgesagt. Aber einen Termin hat er sich nicht nehmen lassen: die Eröffnung der Heiligen Pforte auch in der Caritas-Station am Hauptbahnhof von Rom. Auch dort wollte er den Blick auf die Menschen lenken, die Hilfe brauchen, die verfolgt oder marginalisiert sind.

Papst Franziskus eröffnet eine Caritas-Station im Bahnhof Rom | Bildquelle: REUTERS
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Papst Franziskus erschien persönlich, um die Caritas.Station im Bahnhof Rom zu eröffnen.

Vor allem für sie ist Gott Mensch geworden, so die Botschaft des Papstes: "Er wird nicht sagen: Du kommst zu mir, weil Du der Kirche viel gespendet hast. Nein, den Eintritt zum Himmel bezahlt man nicht mit Geld. Er wird nicht sagen: Du bist wichtig, hast viel studiert, viele Auszeichnungen bekommen, komm in den Himmel; nein. Die Straße des Reichtums und der Eitelkeit, die Straße des Stolzes, sind keine Straßen des Heils." 

Filmpremiere für Obdachlose

Die Barmherzigkeit des Papstes hat die Weihnachtszeit im Vatikan verändert. Vor kurzem gab es in der Audienzhalle eine Filmpremiere zu der tausende Obdachlose aus Rom eingeladen waren. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat vor wenigen Tagen eine Messe mit Drogenabhängigen und Flüchtlingen gefeiert. Und Papst Franziskus ist persönlich übrigens recht anspruchslos. Er wird die Weihnachtstage in großer Schlichtheit verbringen, soweit das im Vatikan möglich ist.

Dass in diesem Jahr vieles anders ist, sieht man auch rund um den Petersplatz in Rom. Wegen der Terrorgefahr wurden die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verstärkt. Franziskus wird das von seinem Programm nicht abbringen. Und auch nicht die Zehntausenden, die erwartet werden, und die an Weihnachten ihrem Papst nahe sein wollen.

Papst Franziskus feiert Weihnachten im Vatikan
J.-C. Kitzler, ARD Rom
24.12.2015 01:55 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 24. Dezember 2015 um 06:16 Uhr im Deutschlandfunk.

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