Flagge der USA und Russland | Bildquelle: picture alliance / epa Sergei Il

Neue US-Sanktionen Kreml sagt Gespräche mit USA ab

Stand: 21.06.2017 21:01 Uhr

Russland hat Konsultationen mit den USA abgesagt, die in St. Petersburg geplant waren. Damit reagierte die russische Regierung auf neue Sanktionen, die die US-Regierung verhängt hatte. Auch wegen des Krieges in Syrien steigen die Spannungen.

Die Spannungen zwischen den USA und Russland haben sich weiter verschärft. Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sagte, er werde am Donnerstag nicht wie geplant mit dem US-Vizeminister Thomas Shannon zusammentreffen.

Die Konsultationen waren zwischen den Außenministern Sergej Lawrow und Rex Tillerson vereinbart worden, um die zahlreichen Probleme im russisch-amerikanischen Verhältnis anzugehen.

Als Grund nannte Rjabkow die Verhängung neuer US-Sanktionen. Die USA bedauerten den Schritt. "Es tut uns leid, dass Russland sich entschieden hat, von einer Möglichkeit Abstand zu nehmen, bilaterale Hindernisse zu diskutieren, die den amerikanisch-russischen Beziehungen im Weg stehen", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.

Russische Söldner auf Sanktionsliste

Die Sprecherin betonte, die am Dienstag vom US-Finanzministerium bekannt gegebenen Sanktionen seien keine neue Entscheidung, sondern eine Aktualisierung bestehender Sanktionen. Damit solle die Umgehung der Vorgaben verhindert werden.

Das US-Finanzministerium hatte am Dienstag Sanktionen gegen weitere 38 Personen und Firmen verhängt. Sie sollen mit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 durch Russland oder dem verdeckten russischen Militäreinsatz in der Ostukraine zu tun haben. So kamen die private russische Söldnertruppe "Wagner" und ihr Chef Dmitri Utkin auf die Strafliste. Die Gruppe soll in der Ukraine und in Syrien aktiv sein.

Der Kreml kritisierte die neuen Strafmaßnahmen. Washington setze weiter auf Sanktionsrhetorik, sagte Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Dabei zeigten die USA keinerlei politischen Willen, "das Problem zu lösen, das wir um die Ukraine haben".

Es gebe keine Vorbereitungen für ein mögliches Treffen Putins mit US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel in Hamburg, sagte Peskow. Es wäre die erste Begegnung Trumps und Putins.

Datenaustausch gestoppt

Die Spannungen zwischen Moskau und Washington wuchsen zuletzt auch wegen des Syrien-Konflikts. Nach Abschuss eines Kampfflugzeugs der syrischen Regierungsarmee durch die US-Luftwaffe am vergangenen Wochenende drohte die russische Regierung, Flugzeuge der US-geführten Militärkoalition ins Visier zu nehmen.

Moskau setzte außerdem den Austausch von Daten mit den USA über Bewegungen im syrischen Luftraum aus, durch den Kollisionen vermieden werden sollen. Russland steht im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite von Präsident Bashar al Assad.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juni 2017 um 00:00 Uhr.

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