Papst Franziskus | Bildquelle: AFP

"Urbi et Orbi" im Vatikan Franziskus' Friedensappell

Stand: 25.12.2016 12:48 Uhr

Nach der Christmette ist es der Höhepunkt der Weihnachtsfeiern im Vatikan: Papst Franziskus hat den Segen "Urbi et Orbi" gespendet. Er bat um Frieden an den Krisenherden der Welt und gedachte der Kriegs- und Terroropfer.

Die Botschaft des Papstes und der Segen "Urbi et Orbi" sind Höhepunkt der christlichen Weihnacht. Gläubige aus aller Welt haben die Worte von Franziskus auf dem Petersplatz verfolgt. In seiner Weihnachtsbotschaft rief er zu Frieden in aller Welt auf. Zugleich gedachte er der Opfer von Krieg und Terror.

Schweigen der Waffen in Syrien

Ein Augenmerk legte er auf Syrien, erinnerte an das Leid in Aleppo und forderte eindringlich, dass in dem Land die Waffen endlich schweigen müssten: "Friede den Männern und Frauen im gemarterten Syrien, wo allzu viel Blut vergossen wurde", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Ansprache von der Loggia des Petersdoms. "Friede denen, die einen geliebten Menschen verloren haben durch grausame Terrorakte, die im Herzen vieler Länder und Städte Angst und Tod gesät haben."

Franziskus sprach auch vom fortwährenden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, vom Leid in verschiedenen Regionen Afrikas, "wo der Terrorismus sogar Kinder ausnutzt, um Schreckenstaten und Morde zu verüben", und den Spannungen in der Ostukraine. Der Papst erinnerte an die Vertriebenen, die Migranten und Flüchtlinge. Am Ende des Segens "Urbi et Orbi" wünschte er: "Frohe Weihnachten Euch allen."

Urbi et Orbi

Der Segen "Urbi et Orbi" ist einer der bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die Formel "der Stadt und dem gesamten Erdkreis" geht auf die antiken Römer zurück. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein. Das antike Reichsbewusstsein setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich.

Heute wird der Segen zu feierlichen Anlässen wie am Ostersonntag, am ersten Weihnachtstag oder nach einer Papstwahl erteilt. Er muss vom Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der Weltkirche gespendet werden. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen. Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist für alle Gläubigen mit einem besonderen Ablass verbunden.

Aufruf zu mehr Mitgefühl

Gestern, am Heiligen Abend, hatte der Papst in der traditionellen Christmette an das Leid vieler Flüchtlingskinder erinnert und zu mehr Mitgefühl aufgerufen. "Denken wir an das Kind in der Krippe", sagte Franziskus mit Blick auf die Geburt Jesu in der Weihnachtsgeschichte. Man müsse sich aber auch der Kinder annehmen, die gerade nicht in einer Wiege lägen und von der Liebe einer Mutter und eines Vaters umgeben seien. Er erinnerte an Kinder, die im Krieg aufwachsen oder auf der Flucht sind. An diejenigen "im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen; auf dem Bürgersteig einer großen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns". Zugleich gäbe es Kinder, die hungern, oder solche, die nicht Spielzeug, sondern Waffen in den Händen hielten.

"Urbi et Orbi": Weihnachtsbotschaft des Papstes
tagesschau 20:00 Uhr, 25.12.2016, Richard C. Schneider, ARD Rom

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Auch warnte der Papst davor, sich nicht von dem kommerziellen Weihnachtsrummel vereinnahmen zu lassen. So sei man besorgt um Geschenke, aber kalt gegenüber den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stünden, warnte er.

Der weihnachtliche Petersplatz in Rom steht in diesem Jahr auch im Zeichen der Flüchtlingskrise: In der Krippe steht ein maltesisches Fischerboot. Oft kommen Migranten in solchen einfachen Booten über das Mittelmeer nach Europa - wenn sie denn die gefährliche Überfahrt überleben.

Die Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz | Bildquelle: dpa
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Die Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz zeigt als Mahnmal ein Fischerboot, mit dem zahlreiche Flüchtlinge die Küsten Maltas und Italien erreichen.

Papstsegen "Urbi et Orbi"
T. Forchheimer, ARD Rom
25.12.2016 13:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Dezember 2016 um 13:00 Uhr.

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