Die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley | Bildquelle: AFP

Debatte im UN-Sicherheitsrat "Iran wird unser neues Nordkorea"

Stand: 19.10.2017 01:16 Uhr

Thema im UN-Sicherheitsrat war eigentlich die Lage in Nahost - doch die Sitzung geriet zur Generalabrechnung der USA und Israels mit dem Iran. Die amerikanische UN-Botschafterin Haley warf Teheran vor, gleich mehrere UN-Resolutionen zu verletzen.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Am Morgen noch hatte Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Chamenei auf seine Art formuliert, was er über Präsident Donald Trump und dessen Haltung zum Atomabkommen mit dem Iran denkt. Er wolle seine Zeit nicht drauf verschwenden, auf Schmähungen und Geschwätz des "Rohlings" zu antworten, der der US-Präsident nun einmal sei.

Stunden später folgte die Antwort direkt aus dem UN-Sicherheitsrat von Trumps Vorposten bei den UN, der amerikanischen Botschafterin Nikki Haley: Wenn ein Schurkenstaat - und sie sprach vom Iran - dabei sei, Langstreckenraketen zu entwickeln, habe man bald das nächste Nordkorea vor der Tür.

UN-Sicherheitsrat zum Iran
tagesschau24 10:00 Uhr , 19.10.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Schuldig in allen Anklagepunkten"

Die Sitzung des Sicherheitsrates - angesetzt, um die Lage im Nahen Osten zu besprechen, geriet zur Generalabrechnung von Israel und den USA mit dem Iran. Das von Europa und von den UN unterstützte, mühsam ausgehandelte Atomabkommen mit dem Iran ist laut Israels UN-Botschafter Danny Danon Blaupause für ein Desaster: Die internationale Gemeinschaft müsse das Abkommen entweder umgehend nachbessern oder aufkündigen. Ansonsten wache die Welt eines Morgens auf und der Iran besitze Nuklearwaffen.

Danon trug in der Art eines Staatsanwaltes Anklagepunkt nach Anklagepunkt vor: Waffenlieferungen des Iran an Syrien, an den Jemen und an die Hisbollah. Truppen und Logistik für den Terror, dazu die Drohung, Israel auszulöschen. "Schuldig in allen Anklagepunkten", sagt er.

"Wir übersehen die wahre Natur der iranischen Bedrohung"

Und die amerikanische UN-Botschafterin legte nach: Alle sechs Monate erkläre UN-Generalsekretär Antonio Guterres, dass der Iran das Atomabkommen einhalte. Dass Teheran zugleich Terror finanziere, Krieg fördere und Gewalt verbreite, höre dieser Sicherheitsrat nicht, sagte Haley und schaute ins Rund: "Als Sicherheitsrat haben wir einen gefährlich kurzsichtigen Blick auf dieses Abkommen: Wir übersehen die wahre Natur der iranischen Bedrohung."

Das 2015 abgeschlossene Atomabkommen schränkt Irans Atomprogramm massiv ein. Im Gegenzug wurden internationale Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. US-Präsident Trump hatte das Abkommen als einen der schlechtesten Deals bezeichnet, den er je gesehen habe. Irans UN-Botschafter sagte, wenn Teheran die Vorherrschaft in der Region wollte, hätte der Iran das Atomabkommen doch nie unterzeichnet: "Die amerikanische Haltung zu dem Abkommen widerspricht der Haltung der gesamten Internationalen Gemeinschaft."

Das letzte Wort hatte dann draußen vor der Tür des Sicherheitsrates UN-Generalsekretär Guterres. Für ihn war klar, das Abkommen sei unabdingbar für Frieden und Stabilität in der Welt, sagte er. Haley und Danon waren da längst gegangen.

Iran wird das nächste Nordkorea - Schlagabtausch im UN-Sicherheitsrat
G. Schwarte, ARD New York
19.10.2017 00:28 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete am 19. Oktober 2017 die tagesschau um 05:30 Uhr und Deutschlandfunk um 06:26 Uhr.

Darstellung: