Uber-Chef Kalanick | Bildquelle: dpa

Berichte über sexuelle Belästigungen Uber entlässt 20 Mitarbeiter

Stand: 07.06.2017 01:00 Uhr

Nach Berichten über sexuelle Belästigungen hat der Fahrdienstvermittler Uber reagiert und 20 Angestellte entlassen. Namen und konkrete Gründe wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt geht es um mehr als 200 Beschwerden, die bis ins Jahr 2012 zurückreichen.

Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat nach Beschwerden über sexuelle Belästigung und systematischer Diskriminierung 20 Angestellte entlassen. Das Unternehmen habe die Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung informiert, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Namen und konkrete Gründe wurden zunächst nicht bekannt.

Hintergrund sind demnach Ermittlungen, mit denen eine Anwaltskanzlei beauftragt worden war. Dabei sei es um mehr als 200 Beschwerden gegangen, die bis ins Jahr 2012 zurückreichten. In knapp 60 Fällen habe das Unternehmen nun reagiert. Bei 100 weiteren seien nach Ansicht von Uber keine Schritte nötig. In anderen Fällen würden die Nachforschungen fortgesetzt. Mehr als 30 Mitarbeiter seien in Schulungen geschickt worden und gut ein halbes Dutzend habe eine letzte Warnung erhalten, berichtete die Website "The Information".

Die Untersuchung unter Führung des ehemaligen US-Justizministers Eric Holder war eingeleitet worden, nachdem eine ehemalige Programmiererin des Fahrdienst-Vermittlers in einem Blogeintrag von einer Unternehmenskultur voller Diskriminierung und Missmanagement berichtet hatte. Hinweise an zuständige Manager seien auf taube Ohren gestoßen.

Die Kontroverse ist eine von mehreren Krisen, durch die das Start-up gerade geht. So kämpft das Unternehmen auch mit dem Weggang wichtiger Manager: Binnen weniger Monate haben etwa ein Dutzend gekündigt oder sind entlassen worden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Juni 2017 um 06:37 Uhr

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