Polizisten umringen mutmaßlichen Messerstecher von Turku | Bildquelle: AP

Terroranschlag in Turku Täter griff gezielt Frauen an

Stand: 19.08.2017 18:46 Uhr

Die Polizei geht bei der Messerattacke im finnischen Turku von einem terroristischen Hintergrund aus. Der mutmaßliche Täter wurde angeschossen und festgenommen, es handelt sich um einen 18-jährigen Marokkaner - er griff offenbar gezielt Frauen an.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Flaggen wehen auf Halbmast in ganz Finnland, auf dem Platz des Anschlags in Turku brennen viele Kerzen. Die Menschen sind schockiert. Erst recht, seit die Polizei noch einmal bestätigt hat, dass sie von Terrormorden und -mordversuchen ausgeht. Die ganze Nacht ist nach möglichen Mittätern oder Helfern des mutmaßlichen Attentäters, eines 18-jährigen Marokkaners, gefahndet worden.

Vier Festnahmen

Am Vormittag gaben die Ermittler dann bekannt, dass es vier weitere Festnahmen in einem Apartmentblock am Stadtrand gegeben hat, allesamt ebenfalls junge Männer aus Marokko. Ein fünfter Verdächtiger wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Noch ist allerdings unklar, ob die Festgenommenen tatsächlich etwas mit dem Anschlag zu tun haben - und wenn ja, in welchem Umfang.

Polizei geht nach Angriff in Turku von Terrorattacke aus
tagesschau 17:00 Uhr, 19.08.2017, Clas-Oliver Richter, ARD Stockholm

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Der Tatverdächtige selbst, der nach einem Schuss ins Bein von Polizisten überwältigt worden war, ist Asylbewerber und lebt erst seit dem vergangenen Jahr in Finnland. Im Rundfunk schilderte ein Augenzeuge den Moment des Anschlages und stützte damit die Terrorthese: "Ich habe Menschen schreien hören, dann hat jemand 'Allah ist groß' gerufen. Die Leute sind in Panik herumgerannt, viele kamen direkt auf mich zu. Da habe ich große Angst bekommen und bin ebenfalls weggelaufen."

Auch die finnische Sicherheitspolizei ermittelt seit heute offiziell wegen Terrorverdachts und geht nicht länger von einem spontanen Verbrechen aus. "Wir haben einen konkreten Verdacht. Der Mann war möglicherweise schon vor dem Anschlag auf dem Platz. Dies und einiges mehr deutet darauf hin, dass die Tat gut vorbereitet war", erklärte ein Sprecher.

Ermittlungen nach Messerangriff in Turku
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
19.08.2017 18:21 Uhr

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Gezielt auf Frauen eingestochen

Nach Angaben der Polizei hat der Täter mit einem großen Messer nicht, wie ursprünglich angenommen, wahllos auf Passanten eingestochen, sondern ganz gezielt auf Frauen. Nur zwei der bei dem Anschlag verletzten Passanten im Alter zwischen 15 und 67 Jahren sind Männer: Einer hatte sich dem 18-Jährigen entgegengestellt, ein anderer hatte versucht, Opfern zu helfen. Zwei Schwerverletzte und der Täter liegen weiter auf der Intensivstation des Uniklinikums in Turku. Vier Leichtverletzte sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Bei den beiden Toten handelt es laut Polizei um finnische Frauen. Unter den Verletzten sind neben weiteren Finnen je ein Staatsbürger aus Schweden, Großbritannien und Italien. 

Sprecher von Einwanderern aus dem Irak und aus Syrien haben inzwischen den Anschlag scharf verurteilt. Sie planen in Turku eine Demonstration der Solidarität mit den Opfern - während ausländerfeindliche Einwanderungskritiker offenbar in der Hauptstadt Helsinki auf die Straße gehen wollen. Die Regierung versucht nun, zu schlichten. Ministerpräsident Juha Sipilä erklärte: "Wir müssen einig zusammenstehen und dürfen nicht mit Hass auf Hass reagieren."

Über dieses Thema berichtete am 19. August 2017 die tagesschau um 17:00 Uhr und Deutschlandfunk um 18:14 Uhr.

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