Ein russischer Kampfbomber SU-34 (Bild vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums) | Bildquelle: AFP

Erdogan fordert Treffen mit Putin Neuer Luftraumstreit zwischen Türkei und Russland

Stand: 31.01.2016 03:56 Uhr

Das Verhältnis zwischen Russland und der Türkei ist bereits seit Wochen angespannt. Nun meldet die Türkei erneut eine Luftraumverletzung durch einen russischen Jet. Die NATO mahnte Russland, solche Zwischenfälle zu vermeiden. Russland sprach von Propaganda.

Zwischen der Türkei und Russland gibt es neue Spannungen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte Moskau mit "Konsequenzen", weil erneut ein russisches Kampfflugzeug den türkischen Luftraum verletzt habe.

Erdogan sagte, er wolle seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu einem Gespräch treffen. "Russland wird die Konsequenzen tragen müssen, wenn es weiterhin die Souveränitätsrechte der Türkei verletzt." Solch "unverantwortliche Taten" seien weder für Russland, noch für die Beziehungen zwischen der NATO und Russland, noch für den Frieden in der Region oder in der Welt förderlich.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die in Syrien stationierten russischen Kampfflugzeuge hätten den Luftraum nicht verletzt. Diese Anschuldigungen seien reine Propaganda, zitiert die russische Agentur Tass einen Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die türkischen Radaranlagen seien nicht in der Lage, den konkreten Typ oder die Nationalität eines Flugzeugs festzustellen. Eine verbale Warnung habe es weder in Englisch noch in Russisch gegeben.

Türkei wirft Russland erneut Luftraum-Verletzung vor
tagesschau24 12:00 Uhr, 31.01.2016, Benita von Kyaw, DW

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Russischer Botschafter einbestellt

Der Zwischenfall habe sich am Freitag 10.46 Uhr (MEZ) ereignet, teilte das türkische Außenministerium mit. Der Jagdbomber vom Typ SU-34 sei auf Russisch und Englisch gewarnt worden, habe aber nicht reagiert. Keine Angaben gibt es bislang darüber, wo genau die Luftraumverletzung erfolgt sein soll.

Der russische Botschafter sei wegen der Luftraumverletzung einbestellt worden. In einer Pressemeldung warf das türkische Außenministerium der Führung in Russland eine Eskalation der Spannungen vor. Moskau werde für jegliche "schwerwiegenden" Folgen verantwortlich gemacht und sei aufgefordert, "verantwortungsvoll zu handeln, damit der türkische Luftraum, der ein NATO-Luftraum ist, nicht verletzt wird".

NATO mahnt Russland

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bestätigte den Vorfall und forderte Russland auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um nicht wieder den Luftraum der Türkei und damit der NATO zu verletzten. Vorherige Zwischenfälle hätten gezeigt, wie gefährlich ein solches Verhalten sei.

Abschuss eines russischen Jets vor zwei Monaten

Die Türkei hatte im November ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen, das türkischen Angaben zufolge ihren Luftraum verletzt hatte. Russland besteht darauf, dass die Maschine nicht im Luftraum der Türkei unterwegs war. Der Flugschreiber konnte nicht ausgewertet werden, da er zerstört war.

Der Abschuss löste eine Krise zwischen beiden Ländern aus, die im syrischen Bürgerkrieg gegnerische Seiten unterstützen. Russland steht auf der Seite des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, die Türkei unterstützt Gegner des syrischen Machthabers. Die NATO rief bereits damals die Türkei und Russland zur Deeskalation auf.

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