Angehörige der Opfer der Bombenanschläge in Ankara trauern. | Bildquelle: dpa

Attentat in der Türkei Hunderte trauern um ihre Angehörigen

Stand: 12.10.2015 18:53 Uhr

Wer trägt die Verantwortung für den Bombenanschlag in Ankara? Darüber wird in der Türkei seit Tagen spekuliert. Auf höchster politischer Ebene werden schwerwiegende Anschuldigungen erhoben. Derweil trauern Hunderte um den Verlust ihrer Angehörigen.

Von Thomas Bormann, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Ergreifende Szenen heute im türkischen Fernsehen. Die Sender berichten von den vielen Trauerfeiern für die Opfer des Anschlags, auch von der für den neunjährigen Jungen Veysel, der gemeinsam mit seinem Vater die Friedensdemonstration besuchen wollte. Seine Klassenkameraden versammelten sich heute auf dem Schulhof in Ankara zur Trauerfeier. "Deine leuchtenden, schönen, grünen Augen werden uns fehlen im Unterricht", sagt die Lehrerin des Jungen, der sich für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einsetzen wollte und nun das jüngste Opfer des Terroranschlags ist.

Niemand hat sich zu diesem Anschlag bekannt, aber offenbar gehörten die Selbstmordattentäter zur Terrormiliz "Islamischer Staat". "Angesichts der Art und Weise des Anschlags wird primär gegen den IS ermittelt", sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu. Bald werde man Einzelheiten über die Täter wissen.

Lage in der Türkei nach dem Anschlag
tagesschau 20:00 Uhr, 12.10.2015, Martin Weiss, ARD Istanbul

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"Einer der Täter so gut wie identifiziert"

"Die Ermittler erstellen Profile der Täter. Das heißt: Es wird rekonstruiert, wie sie die Bomben getragen und gezündet haben. Da gibt es schon gewisse Ergebnisse. Einer der Täter ist bereits so gut wie identifiziert", führte Davutoğlu aus. Die Ermittler glichen derzeit DNA-Proben der Attentäter mit der DNA von Verwandten der Verdächtigen ab, so werde man die Identität der beiden Selbstmordattentäter bestimmen.

Der Chef der prokurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, wiederholte seinen Vorwurf, die Regierung habe von den Anschlagsplänen gewusst, aber nichts dagegen unternommen. Das sei eine ganz bewusste Strategie dieser Regierung und ihrer Geheimdienste. "Entweder der Staat stellt sich den Attentätern nicht in den Weg, oder aber er unternimmt trotz Hinweisen nichts. Oder es werden Beweise verdunkelt. So und nicht anders begeht der Staat Morde. Jeder weiß doch genau, dass man im Herzen Ankaras eine Bombe nur dann zünden kann, wenn der Staat das zulässt", sagte Demirtas.

Wahlen sollen im Hellen stattfinden

Ministerpräsident Davutoğlu wies diese Vorwürfe erneut scharf zurück. Gleichzeitig nahm er die türkischen Geheimdienste in Schutz: "Nicht die Öffentlichkeit, aber wir wissen, wie viele Anschläge durch die Arbeit des Nachrichtendienstes und der Polizei schon vereitelt wurden. Wir behalten das für uns, denn wir wollen nicht, dass die Öffentlichkeit beunruhigt wird. Binnen einer Woche wurden allein in Istanbul und Ankara mindestens zwei Anschläge vereitelt. Man kann also nicht von Nachlässigkeit sprechen." Dieser Anschlag sei ein Angriff auf die Demokratie gewesen. Die Parlamentswahl in der Türkei werde wie geplant in knapp drei Wochen stattfinden, führte Davutoglu weiter aus.

Aus Sicherheitsgründen hat die Regierung entschieden, die Sommerzeit in der Türkei in diesem Jahr um zwei Wochen zu verlängern, damit auch der Wahltermin - der 1. November - noch in der Sommerzeit liegt. Die Wahllokale können also überall in der Türkei am Wahltag noch vor Sonnenuntergang geschlossen werden; das soll für mehr Sicherheit sorgen.

Türkei: Trauerfeiern für die Opfer und erste Ermittlungsergebnisse
T. Bormann, ARD Istanbul
12.10.2015 18:13 Uhr

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