Trump-Berater Conway, Kushner und Bannon | Bildquelle: AFP

Team des US-Präsidenten Trumps innerster Machtzirkel

Stand: 01.02.2017 05:22 Uhr

Chefstrategen, Einflüsterer und Verteidiger: Hinter US-Präsident Trump und seinen politischen Entscheidungen stecken mächtige Köpfe. Ein Überblick.

US-Präsident Donald Trump ist erst seit knapp zwei Wochen im Amt, doch mit einer Reihe von Exekutiverlassen hat er unter anderem bereits für Chaos bei der Einreise in die USA und für einen diplomatischen Eklat mit Mexiko gesorgt. Hinter seinen Dekreten steht Trumps innerster Kreis an Beratern, die in der Entscheidungsfindung des Präsidenten - so scheint es - auch Minister in die zweite Reihe drängen.

Steve Bannon - Chefstratege

Steve Bannon | Bildquelle: REUTERS
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Chefstratege Bannon ist mit einer ungeheuren Machtfülle ausgestattet.

Bannon gilt als einer der einflussreichsten Berater Trumps. Der ehemalige Chef des ultrakonservativen Medienkonzerns Breitbart war an jeder wichtigen Entscheidung der vergangenen Tage federführend beteiligt. Der Chefstratege im Weißen Haus steht auf einer Stufe mit dem Stabschef des Präsidenten, Reince Priebus, und hält sich ständig an der Seite Trumps im Oval Office auf. Zusätzlich erhielt Bannon durch ein Memorandum auch noch einen ständigen Sitz im Nationalen Sicherheitsrat des Präsidenten. Politische Beobachter sehen ihn dadurch mit einer ungeheuren Machtfülle ausgestattet, weil er zusätzlich zu allen politischen Entscheidungen auch über alle Fragen der nationalen Sicherheit informiert wird. Ein Privileg, das nicht einmal der designierte Geheimdienstdirektor und der Generalstabschef genießen.

Stephen Miller - Politischer Berater

Trump-Berater Miller | Bildquelle: AP
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Miller gilt als einer der Architekten des Einreiseverbots.

Stephen Miller war schon während des Wahlkampfs beratend für das Trump-Lager tätig. Für sein Engagement wurde er von Trump mit dem Posten eines politischen Beraters im Weißen Haus belohnt. Alle bisherigen Reden und politischen Entscheidungen Trumps tragen auch Millers Handschrift. Sein Hauptaugenmerk lag in den ersten Tagen auf dem Thema Einwanderung. Miller und Bannon gelten als Architekten jenes Dekrets, mit dem Trump ein Einreiseverbot für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten verhängte. Als in den Stunden nach der Verfügung Chaos an den Flughäfen ausbrach, weil Reisende aus den betroffenen Staaten festgenommen wurden, war es Miller, der den nächtlichen Krisenstab leitete. Journalist Joe Scarborough vom US-Sender MSNBC sagte, Miller sei auf einem "Machttrip".

Jared Kushner - der Schwiegersohn

Jared Kushner | Bildquelle: AP
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Jared Kushner soll eine zentrale Rolle im Israel-Palästina-Konflikt einnehmen.

Jared Kushner hat oft das letzte Wort, wenn Trumps Berater von unterschiedlichen Seiten auf ihn einsprechen, heißt es aus dem Weißen Haus. Und als Familienmitglied - Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet - hat er zudem solch ungehinderten Zugang zum Präsidenten in dessen Privaträumen wie wohl noch nie ein politischer Berater zuvor. Im innersten Machtzirkel Trumps gilt er als "Erster unter Gleichen". Er unterstütze Trump bereits, als dessen Kandidatur noch belächelt wurde und sicherte sich so die Gunst des Präsidenten. Kushner kümmert sich im Weißen Haus vorrangig um außenpolitische Themen. Trump deutete bereits an, dass Kushner in den Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern eine Führungsrolle einnehmen könnte.

Reince Priebus - der Stabschef

Reince Priebus. | Bildquelle: REUTERS
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Priebus gilt als Bindeglied zum Establishment der Republikaner.

Traditionell ist es die Aufgabe des Stabschefs, die Termine des Präsidenten zu verwalten. Außerdem entscheidet er, wer ins Oval Office vorgelassen wird und wer nicht. Reince Priebus bekleidet damit eines der einflussreichsten Ämter im Weißen Haus. Allerdings beschnitt Trump den Einfluss von Priebus, indem er Bannon auf eine ähnliche Stufe stellte. Während Bannon mit Trump die politischen Entscheidungen wälzt, konzentriert sich Priebus auf die organisatorische Umsetzung. Priebus ist es auch, der dem Präsidenten die Dekrete zur Unterschrift reicht. Für Trump ist er vor allem wegen seiner Verbindungen zum Establishment der Republikanischen Partei wichtig. Priebus war lange Vorsitzender des Republikanischen Nationalkomitees und hat in dieser Zeit enge Verbindungen zu Abgeordneten, Senatoren, Geldgebern und Aktivisten im ganzen Land aufgebaut. Besonders eng ist sein Kontakt zum Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses und damit mächtigsten Republikaner im Kongress, Paul Ryan.

Kellyanne Conway - die Verteidigerin

Kellyanne Conway | Bildquelle: AFP
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Conway prägte den Begriff "alternative Fakten".

Zweifelhafte Berühmtheit erlangte Kellyanne Conway, als sie in einem Fernsehinterview offensichtlich falsche Aussagen des Trump-Lagers in Bezug auf die Amtseinführung als "alternative Fakten" bezeichnete. Die republikanische Strategin schloss sich der Trump-Kampagne im vergangenen Sommer als Wahlkampfmanagerin an. Nach dem Wahlsieg ernannte Trump Conway zur Präsidentenberaterin. In den ersten Tagen der Regierung Trump agierte sie oft als das Gesicht der neuen Regierung, trat in Talkshows auf und verteidigte die Entscheidungen des Präsidenten. Conway, die auch Vizepräsident Mike Pence beriet, als der noch Gouverneur von Indiana war, hat sich ein Büro im Westflügel des Weißen Hauses eingerichtet, von wo sie vermutlich auch die Frauenpolitik der neuen US-Regierung mitverantworten wird.

Über dieses Thema berichten die tagesthemen am 31. Januar 2017 um 22:15 Uhr.

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