Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung | Bildquelle: AP

US-Debatte um Schutz vor Terror Trump will Muslimen Einreise verweigern

Stand: 08.12.2015 06:48 Uhr

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Trump sorgt erneut mit provokativen Aussagen für Aufsehen. Seine Antwort auf die gestiegene Terrorangst der Bürger: Die USA dürften keine Muslime mehr ins Land lassen.

Von Jan Bösche, ARD-Hörfunkstudio Washington

Am Sonntagabend hatte Präsident Barack Obama noch gewarnt: Man dürfe sich nicht gegeneinander stellen. Der Kampf dürfe nicht als Krieg zwischen Amerika und dem Islam definiert werden. Am Tag danach zeigte Donald Trump, was er von solchen Warnungen hält: nichts.

Trump, Immobilienmogul und Milliardär, ist weiterhin Spitzenreiter im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Seine Antwort auf die gestiegene Terrorangst der Amerikaner: Muslime sollen draußen bleiben.

Amerikanischen IS-Rückkehrern die Einreise verweigern

Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in South Carolina las er seine eigene Pressemitteilung vor. Er forderte eine komplette Schließung des Landes für Muslime, die in die USA kommen wollen. Solange, bis Offizielle herausgefunden hätten, was zum Teufel los sei. Es gebe keine andere Wahl. Trump sagte, das gelte für Immigranten und für Touristen. Amerikanische Muslime, die von der Armee im Ausland eingesetzt seien, dürften aber noch rein. Amerikaner, die für Terrorgruppen wie den "Islamischen Staat" (IS) kämpfen, nie wieder.

Trump traf damit die Stimmung seiner Anhänger. Eine Frau sagte Reportern, zuerst müsse man die amerikanischen Bürger schützen. Ein Mann sagte, man wisse nicht, was die in das Land brächten: Bomben, den IS? Sie müssten gehen. Eine andere Frau sagte, sie sei besorgt um Amerika, um ihre Sicherheit.

Trump will Muslimen Einreise in die USA verwehren
J. Bösche, ARD Washington
08.12.2015 09:55 Uhr

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Trumps Konkurrenten gehen auf Distanz

Jeb Bush @JebBush
Donald Trump is unhinged. His "policy" proposals are not serious.

Trump hatte schon häufiger mit populistischen Äußerungen Stimmung gemacht - die anderen Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur waren ratlos, wie sie sich positionieren sollten. Nun entschieden sie sich aber, dagegen zu halten. Jeb Bush twitterte, Trump sei geistesgestört. Chris Christie sagte, das sei etwas, das Leute sagten, die keine Erfahrung hätten und nicht wüssten, worüber sie sprächen.

Marco Rubio @marcorubio
I disagree with Donald Trump's latest proposal. His habit of making offensive and outlandish statements will not bring Americans together.

Mehrere Landeschefs der Republikaner distanzierten sich ebenfalls. Der Vorschlag verstoße gegen die Idee von Religionsfreiheit und gegen die Verfassung. Angus King ist ein unabhängiger Senator. Er sitzt im Geheimdienst-Ausschuss. Bei CNN sagte er: "Das ist ein Geschenk für den '"Islamischen Staat'. Genau das ist ihre Strategie, sie wollen einen Keil treiben zwischen Nicht-Muslime und Muslime auf der ganzen Welt, um die Muslime zu ihrer extremistischen Version des Islams zu treiben."

Debatte über Aufnahme von Syrern

Allerdings - wie so oft hat Trump nur eine Stimmung auf die Spitze getrieben. Die Stimmung zeigt die Debatte der vergangenen Wochen, ob die USA mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen sollten. Der Plan der Obama-Regierung war auf heftigen Widerstand gestoßen, besonders bei den Republikanern.

Senator Ted Cruz, der ebenfalls republikanischer Präsidentschaftskandidat werden will, sagte zu Trumps Vorstoß nur, das entspreche nicht seiner Politik. Dafür bewarb er einen Plan, den er im Senat eingebracht hat: "Der würde einen dreijährigen Stopp für Flüchtlinge bringen, die aus Ländern kommen, in denen IS oder Al Kaida große Gebiete besetzen." Das trifft auf jeden Fall auf Syrien zu.

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Mögliche US-Präsidentschaftskandidaten

Hillary Clinton

Sie ist die bekannteste und wohl auch aussichtsreichste Anwärterin auf die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama: Hillary Clinton von den Demokraten. Viele Wähler halten Hillary und ihren Mann aber auch für überaus trickreich und geheimniskrämerisch. Und so könnten Vorwürfe, sie habe als Außenministerin einen privaten E-Mail-Account für dienstliche Zwecke gebraucht, ihre Kandidatur belasten. | Bildquelle: REUTERS

Dieser Beitrag lief am 08. Dezember 2015 um 8.51 Uhr auf NDR Info.

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