Anhänger von US-Präsident Trump, u.a. jemand mit einer Trump-Maske am bei der Pro-Trump-Demo "March 4 Trump" in Denver. | Bildquelle: dpa

Trumps Klimapolitik Der Basis gefällt's

Stand: 03.06.2017 15:23 Uhr

US-Präsident Trump stößt die Welt und Teile der US-Bevölkerung mit seiner Klimapolitik vor den Kopf, aber das scheint die republikanische Basis nicht zu stören - im Gegenteil. Viele seiner Anhänger hoffen, dass er trotz Kritik Kurs hält.

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Die republikanische Partei von Virginia lädt zu einer Kundgebung in Washington. Titel: Das "Pittsburgh not Paris Event". Eine Angestellte eines Kohlebergwerks in Gilette im US-Bundesstaat Wyoming findet es wichtig, jetzt Flagge zu zeigen. "Ich denke, wir müssen uns vor allem auf die Vereinigten Staaten konzentrieren, um sie wieder großartig zu machen", erklärt sie voller Überzeugung. Präsident Donald Trump hatte bei seiner Ankündigung, die USA würden aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen gesagt, er sei gewählt worden, um die Bürger von Pittsburgh zu repräsentieren, nicht die von Paris.

"Zeigen Sie Ihren Patriotismus"

Zwar wählte die Stadt im Westen Pennsylvanias mit großer Mehrheit demokratisch und Bürgermeister Bill Peduto, ebenfalls Demokrat, antwortete, seine Stadt werde die Klimaziele von Paris weiter verfolgen. Das stört die Veranstalter aber nicht. Sie fügten ihrer Einladung Tipps bei: "Seien Sie kreativ und demonstrieren Sie ihre Unterstützung für Präsident Trump. Zeigen Sie ihren Patriotismus, tragen sie rot, weiß und blau und eine 'Make America Great again'-Kappe.

Was der Klima-Ausstieg für die USA bedeutet
nachtmagazin 01:00 Uhr, 03.06.2017, Jochen Leufgens, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die harsche Kritik der Welt nach dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen interessiert viele Trump-Wähler wenig. Fragen, ob der menschengemachte Klimawandel stattfindet, beantworten sie überwiegend mit "Nein".

Kritik am Ausstieg interessiert nicht

Und für diese Haltung, die überwältigenden wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht, gibt es eine Steilvorlage aus dem Weißen Haus. Reporter bemühten sich nach Trumps Ankündigung, endlich herauszufinden, ob der Präsident den Klimawandel leugnet. Vergebens.

In einer Kohlemine in Wyoming transportiert ein Truck Kohle ab | Bildquelle: AP
galerie

In solch einer Kohlemine in Wyoming setzen viele Mitarbeiter auf den Präsidenten.

Scott Pruitt, Direktor der Umweltbehörde EPA, antwortete im Pressebriefing des Weißen Hauses nicht auf die Frage, sondern folgte den Argumenten des Präsidenten, die fast nichts mit globaler Erwärmung, aber alles mit der amerikanischen Volkswirtschaft zu tun haben. "Die Welt applaudierte, als wir dem Pariser Vertrag beigetreten sind", so Pruitt "Und wissen Sie warum? Weil sie wussten, dass er diesem Land einen wirtschaftlichen Nachteil bescheren würde."

Neue Kohle-Jobs UND den Planeten schützen

Bergleute in der amerikanischen Kohleindustrie kennen die Nachteile. Die haben allerdings nichts mit Paris zu tun, aber sehr viel mit billigen Importen, Automatisierung, dem billigen Erdgas, das durch Fracking im Übermaß vorhanden ist, und dem Aufschwung bei Wind- und Solarenergie.

Eine Frau aus Wyoming zeigt sich offen: "Wir sind Kohle-Bergleute, aber wir sind auch um unseren Planeten besorgt." Und sie glaubt, dass Trump in der Lage sein wird, beides zu tun: für neue Kohle-Jobs sorgen und den Planeten schützen.

Die USA- hätten doch schon vor dem Klimaabkommen eine hervorragende Bilanz bei der Eindämmung von Treibhausgasen vorgelegt, bestätigt US-Außenminister Rex Tillerson. Republikaner Mitch McConnell aus dem Kohlestaat Kentucky und Mehrheitsführer im US-Senat sagte, Trump schütze Familien und Jobs vor einer "linksgerichteten Ideologie".

Trump geht die Dinge langfristig an

Und die ganzen Anfeindungen, der Umstand, dass sieben von zehn Amerikanern für den Pariser Klimavertrag waren, dass Trump nur bei etwas mehr als einem Drittel seiner Landsleute populär ist? "Was soll's?", meint ein anderer Trump-Anhänger, dieser sei doch von Anfang an von beiden Seiten angegriffen worden. "Er geht die Dinge langfristig an, er denkt nicht kurzfristig. Er ist dazu bereit, zehn Jahre lang bei einer Sache zu bleiben, um sie zu erledigen."

Seine eifrigsten Anhänger stehen fest zu ihrem Präsidenten. Die Angriffe auf ihn kommen von "links" und aus der "verlogenen Presse". Davon sind sie überzeugt.

Donald Trump verprellt die Welt und weite Teile der US-Bevölkerung. Seine Politik gefällt aber der Basis. Ein gefährlicher Kurs, denn diese Basis scheint nicht zu wachsen. Eine Wette darauf, dass es bei den Zwischenwahlen nächstes Jahr und bei der Präsidentschaftswahl 2020 auf die eingeschworenen Trump-Unterstützer mehr ankommen wird als auf US-Bürger, die er fast täglich vor den Kopf stößt.

Nase voll? Donald Trumps Wähler
A. Horchler, HR Washington
03.06.2017 12:51 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 02. Juni 2017 um 01:00 Uhr und Deutschlandfunk am 03. Juni 2017 um 12:25 Uhr.

Darstellung: