Donald Trump | Bildquelle: AP

Trump im Fox-Interview Ein Hauch Selbstkritik

Stand: 28.02.2017 13:59 Uhr

Trumps Sprecher Spicer hat die Handys seiner Mitarbeiter überprüfen lassen - dafür erntet er nun Kritik vom Chef. Aber auch bei sich selbst räumt Trump Fehler ein: Der Mauerbau zu Mexiko sei nicht gut kommuniziert worden. Ex-Präsident Bush legt derweil nach.

Trump hat seinen Sprecher Sean Spicer dafür kritisiert, die Mobiltelefone seiner Mitarbeiter zur Überprüfung möglicher Indiskretionen eingesammelt zu haben. "Ich hätte es anders gemacht", sagte Trump und bestätigte damit einen Bericht des US-Magazins "Politico". Er respektiere aber die Vorgehensweise Spicers, sagte der Präsident. "Politico" gehört wie CNN, die "New York Times" und BuzzFeed zu den Medien, die von Präsident Trump von einem offiziellen Pressemeeting ausgeschlossen worden waren.

Zugleich gestand Trump auch eigene Fehler ein und räumt Schwächen bei der Kommunikation seiner Pläne zur Grenzsicherung nach Mexiko ein. "Ich glaube nicht, dass es gut kommuniziert war", sagte Trump im Interview mit dem konservativen Sender "Fox News". "Vielleicht ist es mein Fehler", sagte der Präsident.

"Obama steckt hinter Protesten"

Mit Blick auf die vielen Proteste, die es im Land bei Veranstaltungen republikanischer Kongressabgeordneter gab, machte Trump seinen Vorgänger Barack Obama verantwortlich. Trump sagte: "Ich denke, Präsident Obama steckt dahinter, weil sicherlich seine Leute dahinter stecken." Das sei eben Politik. Das würde voraussichtlich weitergehen und das überrasche ihn keineswegs, denn: "Ich ändere Dinge, die (Obama) machen wollte." Außerdem sei er überzeugt, dass Obamas Leute im Weißen Haus hinter anonym durchgesickerten Informationen steckten.

Konjunktur soll Militärausgaben finanzieren

An seinen höheren Militärausgaben hält Trump fest. Er hofft, die vorgeschlagene Erhöhung des Rüstungsetats durch eine stärkere Konjunktur und Kürzungen in anderen Bereichen gegenfinanzieren zu können. "Ich denke, dass das Geld von einer auf Touren gebrachten Wirtschaft kommen wird", so Trump bei "Fox News".

Trump will nach Informationen aus dem Präsidialamt den Etat des Verteidigungsministeriums um 54 Milliarden Dollar erhöhen. Im Gegenzug sollten andere Bundesbehörden wie das Außenministerium oder das Umweltamt EPA Kürzungen verkraften.

George W. Bush | Bildquelle: REUTERS
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Ex-Präsident Bush empfindet das politische Klima derzeit als "ziemlich übel"

Bush legt nach

Sein Vor-Vorgänger George W. Bush erweiterte unterdessen die Kritik an Trump. Nachdem er sich in einem TV-Interview bereits von Trumps Medienschelte distanziert hatte, bezeichnete der Ex-Präsident das politische Klima unter dem neuen Amtsinhaber nun als "ziemlich übel". "Ich mag keinen Rassismus, ich mag keine Beschimpfungen und ich mag nicht, wenn sich Menschen entfremdet fühlen" sagte der 70-Jährige in einem vorab veröffentlichten Interview des Magazins "People". Allerdings seien die USA immer wieder durch solche Phasen gegangen und hätten einen Ausweg gefunden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Februar 2017 um 13:22 Uhr

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