Trump während seiner Pressekonferenz | Bildquelle: AP

Schweden kritisiert Trump Was war das denn, Mr. President?

Stand: 20.02.2017 12:43 Uhr

Mit Humor, Spott und Häme haben viele Schweden auf die irritierenden Äußerungen von US-Präsident Trump über das Land reagiert. Nun wird der Ton ernster. Die Regierung in Stockholm drängt offiziell auf Aufklärung.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Den Schweden ist das erste Lachen über Donald Trumps neueste Nachrichtenerfindung inzwischen vergangen. Am Wochenende gab es ja noch viel Spott und Hohn, lustige Kommentare im Internet, vor allem unter dem Hashtag #LastNightInSweden beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Da wurde wild über alles berichtet, was Freitagnacht tatsächlich passiert war oder hätte passieren können: Es war von einem Köttbullardiebstahl, also Fleischklopsraub, im ganz großen Stil die Rede, mehrere nackte Schweden waren auf einem Foto beim nächtlichen Saunabesuch zu bewundern, die Hinterteile passenderweise in die Kamera gerichtet, ein schwedischer Europaabgeordneter twitterte, seinem Sohn sei eine Bratwurst ins Lagerfeuer gefallen. Soweit, so witzig.

#LastNightInSweden
netzreporter, 20.02.2017, Julia Rehkopf, RB

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Schweden will eine Antwort

Heute tummeln sich aber auch schon wieder die unvermeidlichen Trolle in den Foren, verbreiten unter anderem das Gerücht über die - frei erfundene - Vergewaltigung einer Rollstuhlfahrerin durch Einwanderer. Und die Regierung in Stockholm möchte ganz offiziell von Präsident Trump erfahren, auf was er sich denn bitte schön bezogen hat.

Arbeitsministerin Ylva Johansson machte das im schwedischen Frühstücksfernsehen deutlich: "Wir wollen wissen, was er meint. Wenn der US-Präsident spricht, dann hört die Welt zu. Und er hat über Schweden in einer Weise gesprochen, die wir nicht verstehen. Ging es da wirklich um einen Terroranschlag, hat er da wirklich Vergleiche zu anderen Ländern angestellt?" Es sei nur fair, wenn man eine Antwort bekäme, so Johansson.

"Trump hat da wohl was falsch verstanden"

Inoffiziell gibt es sie schon. Trump hat sich wie üblich kurz per Twitter erklärt und den Verdacht unter anderem von Olle Wästberg bestätigt, eines Journalisten, Diplomaten und Exchefs des Schwedischen Instituts, der offiziellen Imageagentur des Landes: "Ich kann ja nur spekulieren. Bei Trump weiß man nie." Aber er habe wohl im konservativen Sender "Fox News" einen Film über die Lage in Malmö gesehen und über Probleme, die wir mit Einwanderern haben. "Aber er hat das alles falsch verstanden, mit Terroranschlägen verwechselt und uns dann auf die Liste der Länder gesetzt, in denen es solche Anschläge gegeben hat. Da lag er aber völlig daneben."

Carl Bildt
galerie

Auch der schwedische Ex-Ministerpräsident Bildt kritisiert Trump für seine Rede scharf.

Gestern fanden das viele Schweden noch komisch, heute sieht das etwas anders aus. Jedenfalls für Leute wie Wästberg, die sich beim Blick über den Atlantik mal wieder in ihren schlimmsten Ahnungen bestätigt sehen. Wästberg ergänzte, er sei nicht wirklich überrascht. "Trump sagt immer das, was ihm gerade am besten in den Kram passt. Als man ihn kurz nach seiner Wahl auf seine Halbwahrheiten und Lügen im Wahlkampf ansprach und fragte, ob ihm das leid täte, sagte er: 'Nun, ich habe die Wahl gewonnen, oder?' Ihm ist es also völlig egal, ob das, was er gerade sagt, stimmt oder nicht!"

"So etwas kann richtig gefährlich werden"

Am treffendsten beschreibt wohl ein Statement von Carl Bildt die Stimmung in Schweden. Bildt war Regierungschef und Außenminister und hatte schon am Wochenende bei Twitter öffentlich gefragt, was Trump denn wohl vor seiner Rede geraucht habe. "Als Präsident der Vereinigten Staaten ist Trump eine der wichtigsten Personen der Welt und wir sind es gewohnt, dass ein US-Präsident immer auch am besten informiert ist. Verbreitet er nun stattdessen Gerüchte und Unwahrheiten, können wir hier in Schweden darüber nur lachen. Auf der anderen Seite kann so etwas aber auch richtig gefährlich werden."

Reaktionen auf Trumps Äußerung über Schweden
C. Schmiester, ARD Stockholm
20.02.2017 12:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 20. Februar 2017 um 05:46 Uhr.

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