Trump in Brüssel | Bildquelle: AFP

Trump in Brüssel Halbwegs unfallfrei wäre ein Erfolg

Stand: 25.05.2017 02:52 Uhr

Nach Saudi-Arabien, Israel und dem Vatikan steht nun Brüssel auf Donald Trumps Reiseplan. Dort wird der US-Präsident mit Spannung erwartet, hat er sich in der Vergangenheit doch mehrfach kritisch über EU und NATO geäußert.

Von Holger Romann, ARD-Studio Brüssel

"Kurz, aber wichtig" werde dieser Mini-Gipfel, kündigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg an. Er erwarte ein "Signal der Einheit und Solidarität". Hinter den Kulissen hat der Norweger in den vergangenen Wochen hart daran gearbeitet, dass dieser Wunsch auch in Erfüllung geht.

Ein Erfolg wäre es schon, wenn das erste transatlantische Familientreffen mit Trump halbwegs unfallfrei über die Bühne ginge. Zwei Themen, die dem US-Präsidenten am Herzen liegen, hat man deshalb in den Mittelpunkt gestellt: Die Verteidigungsausgaben der 28 Mitgliedsstaaten und ihr Engagement im Anti-Terrorkampf.

Taten sich die meisten NATO-Länder bislang schwer, die angepeilten zwei Prozent des BIP für Rüstung aufzuwenden, beginnt sich das Bild unter dem wachsenden Druck Washingtons zu wandeln. Nun will man Trump entgegenkommen und jährliche Fortschrittsberichte über die Militärhaushalte vorlegen. Das Zwei-Prozent-Ziel, das 2014 in Wales beschlossen wurde, soll noch einmal bekräftigt werden, was im Bundestagswahlkampf für Diskussionen sorgen dürfte.

Treffen mit Juncker und Tusk

Nachgegeben hat man dem Drängen des Präsidenten auch in einem zweiten Punkt: So wurde vor dem Gipfel bekannt, dass die NATO formell der US-geführten Anti-IS-Koalition in Syrien beitritt. Eine direkte Beteiligung an Kampfeinsätzen bleibt aber vorerst ausgeschlossen.

Vor der feierlichen Übergabe des neuen NATO-Hauptquartiers, bei der Kanzlerin Angela Merkel mit Donald Trump zwei symbolträchtige Denkmäler enthüllt, standen am Vormittag Gespräche bei der EU auf dem Programm, unter anderem mit Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Auch hier ist das Verhältnis äußerst angespannt. Schuld sind Äußerungen Trumps vom Januar, wonach der Brexit eine "großartige Sache" sei. Tiefer gehen freilich die Meinungsverschiedenheiten in der Handelspolitik und beim Klimaschutz.

NATO-Partner machen Trump Zugeständnisse
H. Romann, ARD Brüssel
25.05.2017 11:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2017 um 04:56 Uhr.

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