Ryan Zinke | Bildquelle: AFP

Trump nominiert Minister Noch ein Militär und ein Ex-Rivale

Stand: 14.12.2016 13:13 Uhr

Der künftige US-Präsident Trump hat sich offenbar für den Ex-Kommandeur Zinke als neuen Innenminister entschieden. Energieminister wird Trumps Ex-Rivale Perry. Beide gelten als Unterstützer der Ölförderung und Gegner von Umweltprogrammen.

Der ehemalige Marine-Kommandeur Ryan Zinke soll offenbar der neue US-Innenminister werden. Der 55-jährige Republikaner werde als Chef des Ressorts nominiert, sagten hochrangige Vertreter des Trump-Teams.

Zinke war Kommandeur der Marine-Elitetruppe Navy SEALs. Während dieser Zeit war er mit einer Spezialeinheit im Irak und sitzt derzeit für den Bundesstaat Montana im US-Repräsentantenhaus. Dort machte er sich für die Lockerung von Umweltauflagen stark. Er war jüngst für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden.

Keine Zuständigkeit für Innere Sicherheit

Das Innenministerium hat die Kontrolle über rund ein Fünftel der gesamten öffentlichen Flächen der Vereinigten Staaten, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die Innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz.

Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

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Trumps zukünftiges Team

Rex Tillerson

Rex Tillerson wird neuer Außenminister. Der 64-Jährige besitzt keinerlei politische Erfahrung, verfügt aber als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil über weltweite Geschäftskontakte, unter anderem nach Russland. In der Anhörung im Senat ging er - anders als Trump - auf Distanz zu Moskau: Russland stelle eine Gefahr dar, sei aber nicht unberechenbar. | Bildquelle: REUTERS

Schon früh Trump unterstützt

Zinke hatte sich zwar im Wahlkampf bereits früh hinter Trump gestellt. Dass er nun offenbar nominiert ist, kommt aber dennoch überraschend. Zum einen war zuletzt auch die Kongressabgeordnete Cathy McMorris Rodgers nach einem Treffen mit Trump als potenzielle Innenministerin gehandelt worden. Doch aus ihrem Umfeld verlautete, Trump habe ihr die Stelle nie angeboten. Zum anderen wollten einige Republikaner Zinke 2018 gegen den demokratischen Senator von Montana, Jon Tester, ins Rennen schicken.

Ex-Rivale wird Energieminister

Als Energieminister nominierte Trump offiziell seinen früheren Rivalen Rick Perry. Perry war langjähriger Gouverneur von Texas und bewarb sich zwei Mal erfolglos als republikanischer Präsidentschaftskandidat. Trump nannte er während der letzten Vorwahlen ein "Krebsgeschwür für den Konservatismus", sprach ihm aber später seine Unterstützung aus.

Neuer Minister wollte Ressort abschaffen

Bekannt wurde Perry vor allem durch einen Aussetzer in einer Debatte während seiner ersten Bewerbung als republikanischer Präsidentschaftskandidat. Dabei konnte er sich nicht an das dritte von drei Bundesministerien erinnern, die er im Fall eines Wahlsiegs abschaffen wollte. Die Behörde, die er vergessen hatte, war ausgerechnet das Energieministerium. Die beiden anderen waren die Ministerien für Bildung und Handel.

Beobachter gehen davon aus, dass der 66-jährige Perry die USA weg von erneuerbaren Energien und wieder zurück zu Öl und anderen fossilen Brennstoffen lenken wird. Er hatte während seiner 14-jährigen Regierungszeit als Gouverneur von Texas immer wieder Zweifel am Klimawandel geäußert und sich als Unterstützer der Ölindustrie einen Namen gemacht.

Kurz zuvor hatte sich Trump bei der Zusammenstellung seines Kabinetts bereits über Bedenken in den eigenen Reihen hinweggesetzt und den Chef des weltgrößten Energiekonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, als seinen Außenminister benannt.

Über dieses Thema berichteten tagesschau24 am 14. Dezember 2016 um 15:30 Uhr in der "tagesschau in hundert Sekunden" und Deutschlandfunk um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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