Irans Präsident Rouhani mit dem russischen Präsidenten Putin am 28.3.2017 in Moskau | Bildquelle: AFP

Nach Luftangriff in Syrien Pro-Assad-Allianz rückt zusammen

Stand: 09.04.2017 20:34 Uhr

Die Pro-Assad-Allianz hat dem syrischen Machthaber den Rücken gestärkt. Man werde Assads Armee weiter unterstützen, teilten Moskau und Teheran nach dem US-Luftangriff mit. Beide verurteilten den "unzulässigen" Beschuss.

Die Verbündeten von Bashar al-Assad haben dem syrischen Machthaber ihre Unterstützung zugesichert. Irans Präsident Hassan Rouhani telefonierte mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und stellte sich danach hinter Assad: Um den Terrorismus zu besiegen, müsste die Pro-Assad-Allianz noch enger zusammenarbeiten. Er verurteilte den US-Angriff vom Freitag als Aggression und einen klaren Verstoß gegen internationales Recht. Beide forderten außerdem eine objektive Untersuchung des Giftgasangriffs von Chan Scheichun, der dem Beschuss vorausgegangen war.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte im russischen Staatsfernsehen, es sei einer "der schwierigsten Momente der bilateralen Beziehung" zwischen den USA und Russland. "Wenn etwas vorhersehbar ist in den Vereinigten Staaten, dann ist es die Unberechenbarkeit ihrer Außenpolitik", zitierte sie die Agentur Interfax.

Neue Schritte der USA?

Die Vereinigten Staaten hatten zuvor neue Aktionen nicht ausgeschlossen: "Die USA werden zusätzliche Schritte ergreifen, so wie es nötig und angemessen ist, um ihren wichtigen nationalen Interessen zu dienen", teilte US-Präsident Donald Trump mit.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel warnte vor einer weiteren Eskalation im Syrien-Konflikt: "Wir zwingen quasi die Russen in die Solidarität zu Assad." Wichtig sei aber im Gegenteil, Russland durch politische Gespräche aus der "unverbrüchlichen Treue zu Assad" herauszuholen. Er wolle am Montag und Dienstag mit seinem französischen, britischen und italienischen Kollegen genau diese Botschaft an US-Außenminister Rex Tillerson vorbereiten.

"Priorität ist der Sieg über den IS"

US-Außenminister Rex Tillerson sagte zur Syrien-Politik seines Landes, oberstes Ziel bleibe, die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu zerschlagen. Zuvor hatte er noch gesagt, es solle eine Koalition gebildet werden, um Assad zu stürzen. Einer Frage nach weiteren US-Interventionen bei einem "moralisch verwerflichen" Verhalten von Assad wich Tillerson aus: "Wir glauben, dass die erste Priorität der Sieg über den IS ist (...). Wenn die IS-Bedrohung verringert oder ausgeschaltet worden ist, dann, glaube ich, können wir unsere Aufmerksamkeit direkt der Stabilisierung der Lage in Syrien zuwenden."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. April 2017 um 09:00 Uhr.

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