Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un berührt US-Präsident Trump am Rücken. | Bildquelle: AFP

Trump relativiert Lage in Nordkorea "Viele Länder haben schlimme Sachen gemacht"

Stand: 14.06.2018 08:50 Uhr

In einem Fernseh-Interview hat Donald Trump die Menschenrechtsverbrechen in Nordkorea relativiert. "Viele andere Leute haben einige wirklich schlimme Sachen gemacht", so der US-Präsident.

Nach dem historischen Gipfel in Singapur hat US-Präsident Donald Trump die nordkoreanische Führung gelobt. Kim sei "ein sehr schlauer Kerl" und "großartiger Verhandler", so Trump in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News.

Außerdem relativierte Trump die Menschenrechtsverbrechen der nordkoreanischen Führung: "Viele andere Leute haben einige wirklich schlimme Sachen gemacht, ich meine, ich könnte viele Länder durchgehen, wo viele schlimme Sachen gemacht wurden."

Folter und Hungertod in nordkoreanischen Lagern

Nach Angaben von Trumps eigenem Außenministerium hält Nordkorea zwischen 80.000 und 120.000 politische Gefangene als Zwangsarbeiter in Lagern fest, wo sie Folter und dem Hungertod ausgesetzt sind. Kim wird auch verdächtigt, die Ermordung seines Halbbruders Kim Jong Nam 2017 in Malaysia in Auftrag gegeben zu haben.

"Ich glaube, wir verstehen uns", sagte der US-Präsident nach dem Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber. Kim und Trump waren am Dienstag zu einem historischen Gipfeltreffen in Singapur zusammengekommen, wo sie nebeneinander vor den Flaggen ihrer jeweiligen Länder posierten.

Donald Trump und Kim Jong Un | Bildquelle: AFP
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"Ich glaube, wir verstehen uns", sagte der US-Präsident.

Kritiker monieren, der Gipfel habe Kim legitimiert, zudem sei es mehr um Schlagzeilen als um inhaltliche Fortschritte gegangen. Trump hatte in dem Fox-Interview auch nette Worte für Chinas Präsidenten Xi Jinping: Dieser sei "ein unglaublicher Typ", er sei "im Grunde Präsident auf Lebenszeit". Das sei "ziemlich gut".

Erleichterung in Südkorea

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In äußerte sich erleichtert über den Ausgang des Gipfeltreffens. Die Welt sei der Bedrohung eines Atomkrieges entkommen, sagte Moon vor einem Treffen mit US-Außenminister Mike Pompeo in Seoul.

Dieser betonte, er sei sicher, dass bei dem Gipfeltreffen in Singapur ein wichtiger Schritt getan worden sei. Die atomare Abrüstung Nordkoreas werde aber "ein Prozess sein, kein einfacher".

US-Außenminister Pompeo erwartet schnelle Abrüstung Nordkoreas
tagesschau 12:00 Uhr, 14.06.2018, Sascha Storfner, ARD Peking

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Keine Lockerungen der Sanktionen

Pompeo bekräftigte, dass die US-Regierung weiterhin am Ziel einer "vollständigen, überprüfbaren und unumkehrbaren" Denuklearisierung Nordkoreas festhalten werde.

Nach Gesprächen mit seinen Kollegen aus Südkorea und Japan sagte Pompeo zudem, dass es keine Lockerungen der Sanktionen gegen Nordkorea geben werde, bevor dieses Ziel nicht erreicht sei. Nordkoreas Machthaber Kim habe laut Pompeo offenbar verstanden, dass die nukleare Abrüstung in einem "schnellen" Prozess erfolgen müsse.

Mario Schmidt, ARD Peking, zu den Denuklearisierungs-Beratungen
tagesschau24 11:00 Uhr, 14.06.2018

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Juni 2018 um 10:00 Uhr im Medienressort.

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