Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

US-Präsident Trump 100 Tage Achterbahnfahrt

Stand: 28.04.2017 09:06 Uhr

Morgen ist US-Präsident Trump genau 100 Tage im Amt - Zeit für eine Zwischenbilanz. Fest steht: Trump ist ein "Ankündigungsweltmeister". Kaum eines seiner Vorhaben konnte er bislang umsetzen. Dafür hat er die Spaltung Amerikas weiter vorangetrieben.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Nie zuvor war ein amerikanischer Präsident nach den ersten 100 Amtstagen so unbeliebt wie Donald Trump. Die Zustimmungswerte schwanken je nach Umfrage zwischen 40 und 45 Prozent. Zum Vergleich: Barack Obama fanden nach 100 Tagen 65 Prozent der Amerikaner gut. Dass Trump einen schlechten Job im Weißen Haus macht, finden zwischen 55 und 60 Prozent der US-Bürger. Allerdings ist der harte Kern seiner Wähler nach wie vor von ihm begeistert.

Schock schon bei Antrittsrede

Im Urteil der US-Medien waren Trumps erste 100 Tage eine Achterbahnfahrt mit vielen Kehrtwenden, einigen Höhepunkten und mehreren Entgleisungen. Schon Trumps Antrittsrede war für viele ein Schock: "Amerika zuerst!" - selten klang die Antrittsrede eines US-Präsidenten so egoistisch und kalt. Es war das Werk von Trumps rechtspopulistischem Chefstrategen Stephen Bannon.

Doch mittlerweile ist Bannon nicht mehr der Strippenzieher im Weißen Haus. Das von ihm betriebene Einreiseverbot für sieben überwiegend muslimische Länder scheiterte mehrfach vor Gericht. Auch Trumps größte Niederlage lastet Trump seinem Chefstrategen an: Die im Wahlkampf versprochene sofortige Rücknahme der Krankenversicherung "Obamacare" scheiterte am Widerstand von Trumps eigener Partei, den Republikanern, im Kongress. "Niemand wusste, dass Gesundheitspolitik so kompliziert sein könnte", äußerte sich Trump anschließend enttäuscht.

Seit 100 Tagen im Amt: Dokumentation "Trump - Das große Beben"
Weltspiegel extra, 24.04.2017, S. Niemann/J. P. Burgard, ARD Washington

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Viele Kehrtwenden

Noch tiefer stürzte der zweite Rechtspopulist in Trumps Umfeld. Der Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn musste schon nach vier Wochen zurücktreten. Die Russland-Verbindungen von Flynn und Trumps Umfeld untersucht nun das FBI - ein Damokles-Schwert über der Präsidentschaft des Milliardärs.

Vielleicht auch deshalb hat sich Trumps Begeisterung für Russlands Präsident Putin deutlich abgekühlt. Nach dem Giftgas-Angriff in Syrien sieht er das Verhältnis zu Russland auf einem Allzeit-Tiefpunkt. Und die NATO, die er lange als "überholt" kritisiert hatte, lobte er kürzlich als "Bollwerk für den Frieden" und "nicht länger obsolet". Weitere 180-Grad-Kehrtwenden folgten, etwa mit Blick auf die EU: Die sah er kurz vor der Auflösung, findet sie nun aber doch gut.

Lob für Syrien-Angriff

Immer einflussreicher werden im Weißen Haus die traditionellen Republikaner wie der neue Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster und Verteidigungsminister James Mattis. Und jene, die Bannon verächtlich die "New Yorker Demokraten" nennt: Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner. Ivankas Entsetzen über den Giftgaseinsatz gegen kleine Kinder soll auch den Ausschlag für die Bombardierung in Syrien gegeben haben. Dafür bekam Trump erstmals von allen Seiten Lob, weshalb ihm die Rolle als überparteilicher Oberbefehlshaber am besten gefällt.

Kurze Zeit später drohte er auch Korea: "Wir schicken eine Armada. Sehr mächtig! Und wir haben das beste Militär der Welt!" Kritiker vermissen hinter dem Säbelrasseln jedoch eine echte Strategie.

Ein "Ankündigungsweltmeister"

Unklar blieb bislang auch, was aus anderen Wahlversprechen Trumps wird: Der Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen von Paris und dem Iran-Atomabkommen ist innerhalb der Trump-Regierung umstritten. Beim Bau der Mauer zu Mexiko, der großen Steuerreform und dem Infrastrukturprogramm ist völlig offen, wie das alles bezahlt werden soll.

Dennoch hat Trump öffentlichkeitswirksam 25 Dekrete unterzeichnet, die meisten davon bloße Absichtserklärungen - Trump als "Ankündigungsweltmeister". Immerhin einen großen Erfolg konnte Trump in den ersten 100 Amtstagen verbuchen: die Berufung des Konservativen Neil Gorsuch zum Richter auf Lebenszeit am Obersten Gerichtshof. Für konservative Christen in den USA war dies der wesentliche Grund, weshalb sie Trump gewählt hatten. Sie sind froh, dass der Oberste Gerichtshof nun auf absehbare Zeit eine konservative Mehrheit behält.

100 Tage Trump: Bilanz seiner bisherigen Amtszeit
Martin Ganslmeier, ARD Washington
28.04.2017 00:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Weltspiegel extra am 24. April 2017 um 21:45 Uhr.

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