Weißes Haus | Bildquelle: dpa

Trump gegen Comey Secret Service hat nicht mitgehört

Stand: 13.06.2017 08:44 Uhr

Beide bezichtigen sich in der Russland-Affäre gegenseitig der Lüge: FBI-Chef Comey und US-Präsident Trump. Doch wer sagt die Wahrheit? Aufschluss darüber könnten angebliche Gesprächsmitschnitte liefern. Doch zumindest der Secret Service kann damit nicht dienen.

Der Secret Service besitzt nach eigenen Angaben keine Mitschnitte oder Abschriften der Gespräche von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Eine Überprüfung habe ergeben, dass solche Aufzeichnungen nicht existierten, schrieb der für den Schutz des Präsidenten zuständige Sicherheitsdienst an das "Wall Street Journal". Die Zeitung hatte vor dem Hintergrund des Streits zwischen Trump und Ex-FBI-Chef James Comey eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz an den Secret Service gestellt.

Comey war im Mai von Trump gefeuert worden. Nach der Entlassung drohte Trump dem Ex-FBI-Chef mit angeblichen Gesprächsmitschnitten. Comey solle "besser hoffen, dass es keine 'Aufzeichnungen' unserer Gespräche gibt", schrieb Trump bei Twitter - und deutete damit ominös an, dass der Inhalt dieser Gespräche nicht für ihn selbst, sondern für Comey gefährlich sein könnte.

Aussage gegen Aussage

Am Donnerstag hatte Comey den US-Präsidenten bei einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Senats schwer belastet. Er schilderte unter Eid, wie er sich vom Präsidenten wegen der FBI-Ermittlungen zu den Russland-Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam unter Druck gesetzt fühlte. Trump erklärte sich am Freitag bereit, ebenfalls unter Eid auszusagen, und nannte Comey einen Lügner.

Auf die Frage eines Reporters, ob er Mitschnitte der Gespräche mit Comey als Beleg für seine Vorwürfe vorweisen könne, antwortete Trump, er werde sich dazu "vielleicht in sehr naher Zukunft" äußern. Ob es tatsächlich solche Mitschnitte gibt, ist auch nach der Stellungnahme des Secret Service völlig unklar.

Trump selbst könnte mitgeschnitten haben

In den 1960er- und 1970er- Jahren hatte der Secret Service heimlich Gespräche der US-Präsidenten John F. Kennedy und Richard Nixon mitgeschnitten. Es ist jedoch auch möglich, dass andere Verantwortliche im Weißen Haus oder sogar Trump selbst Gespräche aufzeichnen. Trumps Sprecher Sean Spicer lehnte eine Stellungnahme dazu erneut ab. "Ich denke, der Präsident hat am Freitag sehr klar gemacht, dass er so bald wie möglich darauf zurückkommen wird", sagte Spicer. Trump werde das Thema weiter erörtern, wenn er dazu bereit sei.

Die US-Geheimdienste werfen Russland eine Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf zugunsten Trumps vor. Moskau dementiert dies entschieden. Am Dienstag steht in der Russland-Affäre eine weitere brisante Anhörung im Senat an: Nach Comey wird Justizminister Jeff Sessions vom Geheimdienstausschuss befragt. Dabei wird es um die Umstände von Comeys Entlassung gehen. Der Justizminister dürfte aber auch zu seinen Kontakten zum russischen Botschafter befragt werden, die er während seines Nominierungsverfahrens verschwiegen hatte.

Über dieses Thema berichteten am 13. Juni 2017 NDR Info um 04:00 Uhr und Deutschlandfunk um 06:00 Uhr - jeweils in den Nachrichten - sowie tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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