Michael Cohen, Anwalt von US-Präsident Trump, auf dem Weg zu einer Kongressanhörung im September 2017 | Bildquelle: AFP

Affäre um Stormy Daniels Russische Gelder für Trumps Anwalt?

Stand: 09.05.2018 17:27 Uhr

In der Affäre um die Pornodarstellerin Stormy Daniels gibt es neue Vorwürfe gegen Trumps Anwalt Cohen. Dieser habe Geld von einem russischen Oligarchen erhalten - behauptet die Gegenseite.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Es geht um 500.000 Dollar von einem russischen Milliardär und um Zehntausende Dollar von anderen Unternehmen. Laut Medienberichten floss das Geld an Michael Cohen, den persönlichen Anwalt von Präsident Donald Trump.

In New York wird bereits gegen Cohen ermittelt - wegen Zahlungen, die er für Trump gemacht hatte. In Washington untersucht ein Sonderermittler mögliche Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland.

Die als Stormy Daniels bekannte Pornodarstellerin Stephanie Clifford | Bildquelle: AP
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Erneut wird über das Schweigegeld für Stormy Daniels diskutiert.

Schweigegeld in Höhe von 130.000 Dollar

Die Zahlungen hatte der Anwalt des Pornostars Stormy Daniels bekannt gemacht. Daniels sagt, sie habe eine Affäre mit Trump gehabt und dafür vor der Wahl ein Schweigegeld von 130.000 Dollar bekommen. Cohen hatte sie bezahlt, die entscheidende Frage ist, woher das Geld gekommen ist.

Cohen hatte zuerst behauptet, das Geld selbst gezahlt zu haben. Dann hieß es, Trump habe ihm die Summe in Raten zurückgezahlt, aus der eigenen Tasche. Hätte er dafür Wahlkampfmittel benutzt, hätte das öffentlich gemacht werden müssen. Stormy Daniels' Anwalt legt nun nahe, das Geld für seine Mandantin habe auch von dem russischen Milliardär Vekselberg stammen können.

Oligarch mit gutem Draht zu Trump

Vekselberg war Gast bei Trumps Amtseinführung. Nach Medienberichten hat er einen guten Draht zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Vekselberg soll sein Geld mit Öl und Aluminium gemacht haben. Als die USA im vergangenen Monat Sanktionen gegen russische Unternehmen verhängten, stand er mit auf der Liste. Mit den Sanktionen hatten die USA auf den mutmaßlichen Giftanschlag gegen einen russischen Ex-Spion in Großbritannien reagiert.

In einer Stellungnahme hieß es, Vekselberg habe keine Vertragsbeziehung zu Trump-Anwalt Cohen gehabt. Andere Unternehmen bestätigten, sie hätten Cohen beauftragt. Dazu gehören Novartis, Korea Aerospace und die Telefongesellschaft AT&T. AT&T teilte mit, man habe Cohen konsultiert, um die neue Regierung besser zu verstehen.

Kritiker bezweifelten diese Erklärung. Larry Noble vom Campaign Legal Center fragte, warum die Unternehmen zu dem Anwalt gingen, der als Trumps Problemlöser bekannt ist. Cohen habe nichts mit politischen Fragen oder der Regierung zu tun.

Vorwürfe gegen Trump-Anwalt Cohen: Russischer Oligarch soll ihn bezahlt haben
Jan Bösche, ARD Washington
09.05.2018 16:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Mai 2018 um 09:00 Uhr.

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