Trump | Bildquelle: AP

Gespräche über Nordkorea Trump will mit Xi Klartext reden

Stand: 06.04.2017 02:16 Uhr

Zum ersten Mal treffen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi zusammen. Wichtigstes Thema dürfte der Umgang mit Nordkoreas Atomprogramm sein. In diesem Punkt erwartet Trump von Xi mehr als nur Worte.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Das erste persönliche Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Trumps Domizil Mar-a-Lago in Florida wird von einem erneuten Raketentest Nordkoreas überschattet. Neben den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China ist das nordkoreanische Atomraketenprogramm das wichtigste Gesprächsthema. Trump will erreichen, dass China mehr als bisher tut, um Nordkoreas Atomprogramm zu stoppen.

Die Uhr für Pjöngjang sei langsam abgelaufen, sagte ein Vertreter der US-Regierung nach einem erneuten Raketentest Nordkoreas in der Hafentstadt Sinpo. Die US-Regierung erwarte nun, dass China endlich mehr wirtschaftlichen Druck auf das kommunistische Nachbarland ausübt, hieß es. Amerika habe genug über Nordkorea gesagt, ergänzte Außenminister Rex Tillerson. Bei seinem Besuch in Südkorea Mitte März hatte er bereits eine Wende in der Nordkorea-Politik angekündigt. "Die Politik der strategischen Geduld ist vorbei", sagte er.

Donald Trump | Bildquelle: AP
galerie

Donald Trump wird Chinas Staatschef Xi auf seinem privaten Anwesen in Florida empfangen.

Ein Albtraum-Szenario

Tillerson sagte darüber hinaus: "Wir bemühen uns um eine neue Bandbreite aus diplomatischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen." Damit räumte er ein, dass die bisherige "Politik der strategischen Geduld" mit Nordkorea gescheitert ist. Jahrzehntelang war sie die Richtschnur für US-Präsidenten von Bill Clinton bis zu Barack Obama: eine Mischung aus Wirtschaftssanktionen, Hoffen auf chinesischen Druck und geheime Cyber-Attacken, um Nordkoreas Nuklearprogramm aufzuhalten. Doch all das hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht abschrecken können.

Seit 2006 hat Nordkorea fünf Atomtests durchgeführt, zwei davon im vergangenen Jahr. Gleichzeitig arbeitet das kommunistische Regime an der Entwicklung von Langstrecken-Raketen, die sogar die Westküste der USA erreichen können - ein Albtraum-Szenario. "Nordkorea verhält sich derzeit sehr rücksichtslos", sagte Verteidigungsminister James Mattis, "das müssen wir stoppen". Die entscheidende Frage sei jedoch, wie das zu schaffen sei.

USA drohen mit Präventivschlag

Für Staatspräsident Xi ist es das erste Treffen mit US-Präsident Trump. | Bildquelle: dpa
galerie

Für Staatspräsident Xi ist es das erste Treffen mit US-Präsident Trump.

Vor seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi hat US-Präsident Trump in einem Zeitungsinterview gedroht. Er sagte, wenn China das Nordkorea-Problem "nicht löst, dann werden wir es tun". Dazu gehöre auch ein amerikanischer Präventivschlag gegen Nordkorea, sagte Außenminister Tillerson. "Wenn die Bedrohung durch ihr Waffenprogramm so groß wird, dass wir handeln müssen, dann liegt diese Option auf dem Tisch."

Damit beschreibt Tillerson das Dilemma einer militärischen Eskalation. Nordkorea würde auf den Präventivschlag nach Einschätzung von Experten mit massiven Artillerie-Angriffen auf die südkoreanische Hauptstadt Seoul antworten. Das Leben Tausender Südkoreaner wäre in Gefahr. Um eine solche Eskalation zu vermeiden, muss China dringend mehr als bisher tun, ist die US-Regierung überzeugt. Donald Trump will deshalb mit Chinas Staatschef Klartext reden. "China, das ist Euer Baby, Euer Problem. Das müsst Ihr lösen", sagte er.

Mario Schmidt, ARD Peking, zum Treffen von Xi und Trump
tagesschau 12:00 Uhr, 06.04.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Nach US-Medienberichten will Trump den chinesischen Staatschef drängen, nicht nur die offiziellen Kohle-Exporte an Nordkorea zu stoppen, sondern auch die Lieferungen über inoffizielle Wege. Außerdem müsse China mehr als bisher tun, damit Nordkorea nicht mehr in den Besitz ausländischer Devisen gelangt und sich im Ausland nicht mehr mit Atomwaffentechnologie eindecken kann. Schließlich sei auch ein stärkerer Informationsaustausch mit China über Nordkorea nötig. Trumps UN-Botschafterin Nikki Haley sagte, China müsse endlich erkennen, dass Nordkorea kein US-Problem, sondern eine globale Bedrohung ist. Seit 25 Jahren sage China, man sei beunruhigt. Jetzt müsse die Regierung ihren Worten endlich Taten folgen lassen.

Hintergrund: Nordkorea will unbesiegbar sein
J. Hanefeld, ARD Tokio
05.04.2017 14:52 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. April 2017 um 06:13 Uhr.

Darstellung: