Trump | Bildquelle: AFP

Gewalt in Charlottesville Alle gegen Trump

Stand: 17.08.2017 05:34 Uhr

Ist US-Präsident Trump diesmal zu weit gegangen? Das haben sich Beobachter schon oft gefragt. Aber seine erneute Relativierung rechtsextremer Gewalt stößt in allen Teilen der US-Gesellschaft auf so breite Kritik wie nie zuvor.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Es gilt als ungeschriebenes Gesetz, dass frühere Präsidenten den aktuellen Amtsinhaber nicht kritisieren. Umso bemerkenswerter ist das gemeinsame Statement, das die beiden republikanischen Ex-Präsidenten George H. Walker Bush und George W. Bush - Vater und Sohn - veröffentlichten: "Amerika muss rassistische Vorurteile, Antisemitismus und Hass immer und in jeder Form zurückweisen!"

Auch republikanische Gouverneure distanzierten sich von Trumps Verharmlosung ultrarechter Gruppen: "Erbärmlich ist das, einfach erbärmlich!", sagte der Gouverneur von Ohio, John Kasich. "Der Präsident der Vereinigten Staaten muss diese Hassgruppen verurteilen!" Und Ex-CIA-Chef John Brennan erklärte, "Trumps Worte und die Einstellung, die sie repräsentieren, sind eine nationale Schande".

Trump löst zwei Beratergremien nach Protesten auf
tagesschau 12:00 Uhr, 17.08.2017, Anna Mundt, NDR

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Wirtschaftsbosse verlassen Trump

Noch schmerzlicher für den selbsternannten "Job-Präsidenten" Donald Trump: Mehr als zehn Wirtschaftsvertreter und Vorstandsvorsitzende erklärten aus Protest ihren Rückzug aus zwei Beratergremien des Präsidenten. Um weitere öffentliche Kritik von Managern zu vermeiden, erklärte Trump hastig über Twitter die Beratergremien für aufgelöst.

Der einflussreiche Vorstandsvorsitzende der Bank JP Morgan Chase, Jamie Dimon, begründete seinen Rücktritt in einem Schreiben an seine Mitarbeiter: "Intoleranz, Rassismus und Gewalt haben keinen Platz in diesem Land. Die Rolle eines Unternehmens- oder Regierungschefs ist es, Menschen zusammenzuführen und nicht zu spalten." Auch der Vorsitzende des größten Gewerkschafts-Dachverbandes in den USA, Richard Trumka, erklärte seinen Rücktritt, obwohl er Trumps Politik lange Zeit unterstützt hatte: "Wir wollten nichts mit Trumps leidenschaftlicher Verteidigung von Rassismus und Vorurteilen zu tun haben. Das war inakzeptabel." Zuvor waren die Manager von vielen US-Bürgern mit Mails überschüttet und aufgefordert worden, ihr Unternehmen müsse sich klar von rechtsextremer Gewalt und ihrer Verharmlosung distanzieren.

Veteranen und Spitzensportler üben Kritik

Ebenfalls bemerkenswert die Reaktion der Oberbefehlshaber der vier Zweige des US-Militärs. Sie bezogen deutlich Stellung gegen Rassismus und Extremismus. Auch hochbetagte US-Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg meldeten sich zu Wort. Der 93-jährige Henry Beckham sagte im Sender CBS, dafür habe er vor 70 Jahren nicht gegen die Nazis gekämpft: "Unglaublich, dass wir eine Nazi-Partei in den USA haben!"

LeBron James | Bildquelle: AP
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LeBron James, hier mit seiner Tochter auf dem Arm, rief zu Zivilcourage auf.

Auch Spitzensportler meldeten sich zu Wort. Der beste Basketballer Amerikas, NBA-Superstar LeBron James, rief seine Fans zu mehr Zivilcourage auf: "Es geht mir nicht um den Typen, den sogenannten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wir alle müssen in den Spiegel schauen und uns fragen: Was können wir besser machen, damit sich die Dinge ändern?" Mehrere Städte im Süden der USA kündigten an, auch sie wollten die Statuen zu Ehren der Konföderierten Staaten und ihrer Anführer beseitigen und in Museen bringen. Zumal viele von ihnen nicht nach dem Bürgerkrieg aufgestellt wurden, sondern in den sechziger Jahren aus Protest gegen die schwarze Bürgerrechtsbewegung.

Trump nicht bei Trauerfeier

Der Bürgerrechtsanwalt Bryon Stevenson forderte, die Gewalt in Charlottesville sollte Anlass sein, die rassistische Vergangenheit Amerikas aufzuarbeiten. Amerika könne hier von Deutschland lernen: "In Berlin kann man keine hundert Meter gehen, ohne einen Gedenkstein vor einem Haus zu sehen, in dem ein Holocaust-Opfer lebte. Die Deutschen wollen, dass du zum Holocaust-Denkmal gehst. Sie wollen den Schaden von damals wiedergutmachen. Und wir müssen das endlich auch tun!"

In Charlottesville nahmen unterdessen Tausende Menschen Abschied von der am Samstag getöteten Heather Heyer. Trump war nicht anwesend. In bewegenden Worten sagte ihre Mutter: "Sie haben versucht, meine Tochter zu töten, um sie zum Schweigen zu bringen. Aber wisst Ihr was: Sie haben ihre Botschaft nur verstärkt!"

In Charlottesville gedenken Hunderte Menschen der Frau, die am Samstag bei Protesten gegen Rechtsextreme von einem Auto überfahren worden war. | Bildquelle: AP
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In Charlottesville gedenken Hunderte Menschen der Frau, die am Samstag bei Protesten gegen Rechtsextreme von einem Auto überfahren worden war.

Backlash gegen Trump aus allen Teilen der US-Gesellschaft
Martin Ganslmeier, ARD Washington
17.08.2017 07:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. August 2017 um 09:00 Uhr.

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