US-Präsident Trump vor seiner Ansprache vor US-Soldaten am US-Stützpunkt Sigonella, Italien | Bildquelle: AP

US-Bilanz zu Trumps Reise Von "historisch" bis "unmöglich"

Stand: 28.05.2017 12:36 Uhr

Die erste Auslandsreise des US-Präsidenten Trump stößt in seiner Heimat auf gemischte Reaktionen. Während viele Republikaner von einem "historischen Trip" schwärmten, zeigen sich die meisten liberalen Beobachter schockiert.

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Durchweg gute Noten geben konservative Medien Donald Trump für seine erste Auslandsreise. Der Präsident meine es ernst mit dem Kampf gegen den Terror, treffe den richtigen Ton gegenüber Israel, nehme die NATO in die Pflicht und mache beim Handel keine Kompromisse. Das millionenfach in sozialen Medien geklickte Video, auf dem First Lady Melania Trumps Hand zurückweist: Nach Ansicht der rechten "Breitbart News" ist das reine "Fake News" - eine Erfindung der Linken, die Trump schaden will.

Newt Gingrich, langjähriger republikanischer Sprecher des Repräsentantenhauses, gab sich im Sender Fox News zuversichtlich, dass sich die Welt an einen historischen Wendepunkt im Kampf gegen den Terrorismus erinnern wird: "Er kommt von einer historischen Reise zurück, einem Trip, bei dem er diszipliniert blieb und nicht drauflos twitterte." Trump sei bei den Botschaften, die er aussenden wollte, geblieben.

Trump´s Roadshow: Bilanz der Reise des Präsidenten
tagesschau24 12:00 Uhr, 28.05.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Warum Saudi-Arabien?

Nur wenige Beobachter aus dem eigenen Lager beklagten sich darüber, dass Trump zuerst nach Saudi Arabien reiste, seine Islamkritik deutlich abschwächte und feste Zusagen gegenüber Bündnispartnern nicht erneuerte.

Die demokratische Abgeordnete Nancy Pelosi bezeichnete das erste Ziel von Trumps Auslandsreise hingegen als "ziemlich außergewöhnlich". Und sie zählte auf, dass Trumps Vorgänger zunächst nach Kanada reisten oder nach Mexiko - zu den Nachbarn der USA.

In liberalen Medien schämten sich die Kommentatoren für Trumps schuljungenartigen Eintrag in das Gästebuch der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Sie nahmen das Grinsen des Präsidenten beim Papstbesuch aufs Korn und fanden den Brüsseler Rempler gegen Montenegros Premier Dusko Markovic unmöglich.

"Aufrührerisch"

US-Präsidenten beklagen seit langem den deutschen Handelsüberschuss, aber das Land wegen der Autos, die es in den USA verkauft - viele von ihnen werden in US-Fabriken von amerikanischen Arbeitern gebaut - "bad" zu nennen, findet Benn Steil vom Washingtoner Council on Foreign Relations schon aufrührerisch.

General Douglas Lute, bis Januar NATO-Botschafter der Vereinigten Staaten, bedauerte Trumps Auftritt vor dem Verteidigungsbündnis. Der Hinweis darauf, dass alle Mitglieder ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen sollen, sei schon richtig, aber eine klare Beistandszusage sei besonders für Staaten am östlichen Rand der NATO wichtig. "Für sie ist das keine rhetorische Frage, keine akademische Angelegenheit, das ist existentiell", so Lute.

Isolation oder Zeichen der Stärke?

Trumps Auslandsreise wurde im Inneren von täglich neuen Meldungen über die Russlandermittlungen überschattet. Inzwischen interessiert sich das FBI für mehrere Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam, auch für seinen Schwiegersohn Jared Kushner.

Bei einem ihrer seltenen Auftritte seit der Präsidentenwahl vergangenen November sprach Demokratin Hillary Clinton vor Absolventen ihrer alten Hochschule. Die Klasse von 2017 am Wellesley College habe es schwer, aus den maßgeschneiderten Informationsblasen zu entkommen, in denen es oft mehr um Meinungen als um Informationen gehe, sagte Clinton. So bedauerten liberale Beobachter Trumps Isolation beim G7-Gipfel in Fragen des Handels und des Klimawandels, konservative Anhänger des Präsidenten deuteten seine Auftritte als Zeichen seiner Stärke.

Viele Studenten seien sicherlich über den Wahlausgang und einen Mann schockiert, dessen Präsidentschaft in "Schande durch ein Amtsenthebungsverfahren wegen Behinderung der Justiz enden werde", so Clinton. Der Jubel der Studienabsolventen war groß. Die Mehrzahl von Trumps Anhängern will von einem vorzeitigen Ende seiner Präsidentschaft hingegen nichts hören. Auch und erst recht nicht nach seiner ersten Auslandsreise.  

Bilanz von Trumps erster Auslandsreise aus US-Sicht
Andreas Horchler, ARD Washington
28.05.2017 11:48 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Mai 2017 um 12:25 Uhr

Darstellung: