Karte: Die Meeresenge Bab al-Mandab vor dem Jemen.

Attacke vor Jemen Viele Tote bei Angriff auf Flüchtlingsboot

Stand: 17.03.2017 18:49 Uhr

Bei einem Angriff auf ein Flüchtlingsboot sind vor der Küste Jemens nach UN-Angaben mindestens 42 Menschen getötet worden. Bisher ist unklar, wer für die Attacke auf die somalischen Flüchtlinge verantwortlich ist.

Nach dem Angriff auf ein Flüchtlingsboot vor der Küste des Jemens sind nach Angaben einer UN-Organisation 42 Leichen geborgen worden. Es gebe widersprüchliche Angaben von Augenzeugen und Überlebenden, ob das mit Flüchtlingen aus Somalia besetzte Boot von einem Militärhubschrauber oder einem Schiff beschossen wurde, sagte Mohammed Abdiker von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Agentur AP.

Der Angriff sei "total inakzeptabel", fügte er hinzu. Die Verantwortlichen für den Beschuss hätten prüfen müssen, wer sich an Bord befindet, bevor sie das Feuer eröffneten, sagte Abdiker weiter. Etwa 75 Männer und 15 Frauen hätten den Angriff überlebt. Das Boot sei auf dem Weg in Richtung Sudan gewesen, sagte ein Sicherheitsbeamter des Fischereihafens der Provinz Hodeida.

UN Refugee Agency @Refugees
We are appalled by deaths of refugees after a boat carrying them from Yemen to Sudan was reportedly attacked https://t.co/ewRVmdcpZh

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR äußerte sich auf Twitter "entsetzt über diesen tragischen Zwischenfall". Wieder seien Zivilisten Leidtragende des Konflikts im Jemen. Unklar ist, wer die Attacke ausgeführt hat. Die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba machte die von Saudi-Arabien geführte und von den USA unterstützte Koalition verantwortlich.

Bürgerkrieg und Hungersnot

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen kämpfen gegen Truppen der Regierung. Seit März 2015 fliegt Saudi-Arabien zusammen mit weiteren sunnitischen Verbündeten Luftangriffe gegen die Huthis. In den vergangenen Tagen hatten die Vereinten Nationen eindringlich vor einer Hungerkrise in dem bitterarmen Bürgerkriegsland gewarnt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. März 2017 um 11:00 Uhr

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