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Atomstreit mit Nordkorea US-Präsidialamt brüskiert Tillerson

Stand: 13.12.2017 20:32 Uhr

Kaum hatte US-Außenminister Tillerson sein Gesprächsangebot an Nordkorea erneuert, kam das Dementi aus dem Weißen Haus. Nein, zur Zeit könne es keine Gespräche geben. Es ist nicht das erste Mal, dass Tillerson derart abgekanzelt wurde.

Das US-Präsidialamt hat Außenminister Rex Tillerson in der Frage des Umgangs mit Nordkorea erneut offen brüskiert. Einen Tag nach Tillersons Angebot zu direkten und nicht an Vorbedingungen geknüpfte Gespräche mit dem Regime in Pjöngjang über dessen Atomprogramm vertrat das Weiße Haus am Mittwoch die entgegengesetzte Position.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates erklärte, solange die Regierung Nordkoreas "ihr Verhalten nicht grundlegend verbessert", könne es keine Gespräche geben. "Angesichts des jüngsten Raketentests, ist jetzt ganz sicher nicht die Zeit für Gespräche", sagte der Sprecher.

Der Konflikt zwischen Washington und Pjöngjang hatte sich in den vergangenen Monaten immer weiter zugespitzt. Erst vor zwei Wochen hatte das Regime in Pjöngjang eine Rakete gestartet, die angeblich das US-Festland erreichen kann. Als Reaktion darauf hielten die USA gemeinsam mit Südkorea in der vergangenen Woche ein Luftmanöver ab.

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Bereits in der Vergangenheit waren sich Trump und Tillerson über die Nordkorea-Politik uneinig.

Unterschiedliche Meinungen in der Nordkorea-Frage

Tillerson hatte am Dienstag gesagt, Gespräche ohne Vorbedingungen könnten jederzeit stattfinden. "Lasst uns einfach zusammenkommen", erklärte er. Russland und China begrüßten den neuen Vorstoß Tillersons.

Offizielle Position der USA ist bislang, dass die Führung in Pjöngjang vor Gesprächen akzeptieren muss, auch über eine Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals zu reden. Diese Forderung wiederholte Tillerson in seiner Rede explizit nicht.

"Es ist nicht realistisch zu sagen, wir sind nur bereit zu Gesprächen, wenn ihr an den Verhandlungstisch kommt und willens seid, euer Programm aufzugeben", so der Außenminister. Dafür habe Nordkorea "zu viel investiert". Vor Gesprächen müsse es aber eine Phase der Ruhe ohne Atom- und Raketentests geben.

Bereits früher hatte US-Präsident Donald Trump seinem Außenminister wegen dessen Bemühungen um eine diplomatische Lösung Zeitverschwendung vorgeworfen. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Spekulationen über eine bevorstehende Absetzung Tillersons gegeben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Dezember 2017 um 06:00 Uhr.

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