Türkisches Militär und Kämpfer der FSA in der Nähe von Afrin | Bildquelle: AP

Pro-Assad-Truppen vorgerückt Türkei bombardiert Afrin

Stand: 20.02.2018 18:09 Uhr

Nach der Ankunft regierungstreuer Kämpfer in der von Kurden kontrollierten Region Afrin hat die Türkei das Gebiet nach syrischen Regierungsangaben bombardiert. Damit hatte die Türkei vorab gedroht.

Das türkische Militär hat nach Angaben staatlicher Medien mit Artilleriebeschuss auf das Einrücken regierungstreuer syrischer Einheiten in Afrin reagiert. Die Türken hätten ein Gebiet beschossen, von dem aus die regierungsnahen Kämpfer in die kurdische Enklave vorgerückt seien, berichtete das syrische Staatsfernsehen. Journalisten flohen demnach aus der Gegend.

Die Einheiten, die Syriens Präsident Baschar al-Assad unterstützen, sollen sich nach Angaben der Kurdenmiliz YPG an der Verteidigung der Einheit Syriens und der Grenzen des Landes beteiligen. Die Kurden wollen so eigentlich einen Angriff der Türkei stoppen. Sie hatten Assad um Hilfe im Kampf gegen die vorrückenden türkischen Soldaten gebeten.

Die Welt schaut mit Sorge auf Syrien
tagesthemen 22.15 Uhr, 20.02.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Regierungsnahe Kämpfer angeblich zurückgedrängt

Angeblich haben die türkischen Truppen die regierungsnahen syrischen Kämpfer zurückgedrängt - das sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Demnach habe die türkische Artillerie Warnschüsse abgegeben. Die syrischen Kämpfer hätten sich daraufhin zurückgezogen.

Laut Erdogan sind sich Russland, Iran und die Türkei mit Blick auf Afrin darüber einig, dass terroristische Organisationen einen hohen Preis für ihre Fehler zu zahlen hätten.

Türkei hatte mit Angriff gedroht

Die Türkei hatte die Assad-Regierung zuvor gewarnt, in die kurdische Enklave zu kommen. Dort hat Ankara vor einem Monat eine umfassende Offensive gestartet, um die Kurdenmiliz YPG zu vertreiben. Die Türkei sieht in der Miliz den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie.

Gestern hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Syrien gewarnt: "Wenn das Regime eindringt, um die YPG zu schützen oder ihren Schutz zu gewährleisten, dann kann niemand uns, die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen", sagte er in Jordanien.

Erdogan | Bildquelle: TURKISH PRESIDENTAL PRESS OFFICE
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Erdogan redet vor seiner Fraktion.

"In den kommenden Tagen und sehr viel schneller wird die Belagerung des Stadtzentrums von Afrin beginnen", sagte darüber hinaus auch der türkische Präsident vor seiner Fraktion in Ankara. "Auf diese Weise wird die Hilfe von außen blockiert und die Terrororganisation wird nicht mehr die Möglichkeit haben, mit jemandem einen Handel einzugehen."

Kooperieren Syrien und die Kurden?

Die auch von den USA unterstützte YPG hatte sich zuletzt an die syrische Regierung mit der Bitte um Militärhilfe gewendet. "Es gibt von uns die Forderung, dass die syrische Armee kommen und die Grenzen schützen soll", hatte ein YPG-Sprecher mitgeteilt. Diese Pflicht hätten die Streitkräfte in Afrin bisher nicht erfüllt. Syriens staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Regierungskämpfer würden die Region innerhalb weniger Stunden erreichen.

Laut einer Absprache sollen syrische Truppen in Absprache mit der YPG in verschiedenen Grenzabschnitten aufgestellt werden. Zur künftigen Verwaltung Afrins gebe es keine Absprachen. Das werde später beraten. Die Vereinbarung sei zunächst rein militärisch und keine politische Annäherung, sagte der ranghohe Kurdenvertreter Badran Jia Kurd der Nachrichtenagentur Reuters.

Reportage über kurdische Kämpfer im Norden Syriens
tagesthemen 22:15 Uhr, 19.02.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Türkei für Ablösung von Assad

Seit 2011 dringt die Türkei auf den Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, hat aber bisher nie direkt gegen ihn gekämpft. Das könnte sich nun ändern. Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte zur jüngsten kurdisch-syrischen Annäherung gesagt: "Wenn das Regime eindringt, um die YPG zu schützen oder ihren Schutz zu gewährleisten, dann kann niemand uns, die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen."

Kurden verkünden Zusammenarbeit mit Assad-Regime gegen Türkei
Jürgen Stryjak, ARD Kairo
20.02.2018 12:12 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. Februar 2018 um 22:15 Uhr.

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