Lawrow und Kerry | Bildquelle: AP

Syrien-Konferenz in München Feuerpause binnen einer Woche angestrebt

Stand: 12.02.2016 01:21 Uhr

In Syrien sollen binnen einer Woche die Waffen schweigen. Das vereinbarten die Außenminister von 17 Staaten, darunter die USA und Russland, bei der Syrien-Konferenz in München. Zudem soll es mehr humanitäre Hilfe für die Menschen vor Ort geben.

Bei den internationalen Verhandlungen über ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien ist in München eine Einigung erzielt worden. Man habe sich darauf geeinigt, die Kampfhandlungen zu reduzieren und so binnen einer Woche eine Feuerpause zu erreichen, erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nach stundenlangen Verhandlungen.

"Ob das ein Durchbruch war, wird sich in den nächsten Tagen beweisen müssen", fügte er allerdings hinzu. Steinmeier unterstrich, dass der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" und die radikalislamische Al-Nusra-Front aber fortgesetzt werden solle.

Arnd Henze @arndhenze
Einschätzung: maximales Ergebnis für #Syrienkonferenz, aber kann schon am WE kollabieren, wenn humanitäre Zugänge nicht ermöglicht werden

"Feindseligkeiten einstellen"

US-Außenminister John Kerry erklärte, die "Feindseligkeiten" zwischen den am Krieg beteiligten Gruppen sollen eingestellt werden. Außerdem müssen die Gespräche zwischen Vertretern der Assad-Regierung und Vertretern der Opposition in Genf so bald wie mögliche fortgesetzt werden. Diese hatten begonnen, waren aber wegen Protesten der Rebellenvertreter ausgesetzt worden.

Der britische Außenminister John Hammond erklärte weiter, eine Feuerpause müsse zwingend mit einschließen, dass Russland seine Luftangriffe auf die Opposition einstellt. Derzeit versucht die syrische Armee mit russischer Unterstützung, die Stadt Aleppo zu erobern. Zehntausende Syrer sind deswegen auf der Flucht.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte zur angestrebten Feuerpause: "Das ist eine komplizierte Aufgabe. Es gibt zu viele Kräfte, die an militärischen Aktivitäten beteiligt sind."

Hilfe für eingeschlossene Städte

Zudem sei vereinbart worden, "dass humanitärer Zugang verbessert werden soll" und "dass wir sofort starten mit einer signifikanten Reduzierung der Gewalt", sagte Steinmeier. Die Menschen in den eingeschlossenen Städten sollten binnen Tagen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden.

Die Vereinbarung erzielten die Vertreter der Syrien-Kontaktgruppe aus 17 Staaten und drei internationalen Organisationen, darunter neben Steinmeier US-Außenminister Kerry, der russische Ressortchef Lawrow und der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Syrien, Staffan de Mistura. Auch die Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien saßen mit am Tisch.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Februar 2016 um 09:00 Uhr.

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