Anschlag auf wartende Busse nahe Aleppo | Bildquelle: AP

Explosion nahe Aleppo Anschlag auf wartende Busse - viele Tote

Stand: 15.04.2017 21:45 Uhr

Örtliche Rettungskräfte sprechen von mindestens 100 Toten: Ein Attentäter hat sich inmitten von wartenden Bussen nahe Aleppo in die Luft gesprengt. Die Busse sollten Menschen aus belagerten Orten bringen.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo, zzt. Beirut

Die Zahl derer, die bei dem Selbstmordanschlag in der Nähe von Aleppo umgekommen sind, soll mittlerweile auf mehr als 100 gestiegen sein. Das teilte ein Rettungsdienst mit, der der syrischen Opposition nahesteht. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihren Sitz in London hat, aber ebenfalls der Opposition im Land zugerechnet wird, teilte mit: Der Attentäter habe am Steuer eines Transporters mit Lebensmittelhilfen gesessen, als er den Sprengsatz zündete.

Die Opfer sind Menschen, die am Karfreitag aus zwei Dörfern im Nordwesten Syriens abtransportiert wurden - zusammen mit etwa 5000 weiteren Bewohnern. Seit Jahren belagern Gegner von Präsident Bashar al-Assad die Dörfer.

Busse aus vier Orten

Zeitgleich mit den 5000 Menschen aus von Rebellen belagerten Dörfern verließen auch 2200 Menschen zwei Orte in der Nähe von Damaskus - Orte, die Getreue Assads belagern. Es ist ein Austausch-Abkommen, ausgehandelt von Iran und Katar, das auch zunächst lief: Aus allen vier Orten starteten am Freitagmorgen Busse mit Menschen und sie erreichten in der Nacht zwei unterschiedliche Busstationen westlich von Aleppo.

Tote bei Anschlag auf Buskonvoi nahe Aleppo
tagesschau 20:00 Uhr, 15.04.2017

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Aber dann stoppte offenbar eine Al-Kaida nahestehende Gruppe die weitere Umsetzung des Abkommens, hieß es aus Aktivistenkreisen. Die Gruppe fordere, dass rund 100 regierungstreue Kämpfer wieder in die zwei Dörfer im Nordwesten Syriens zurückkehren; sie dürften - laut Abkommen - nicht an Bord der Busse sein.

23.000 Menschen warten auf Evakuierung

Der Sprengstoffanschlag, verübt in einem von Rebellen gehaltenen Gebiet, ist eine Steigerung in dem Streit. Nach Angaben syrischer Staatsmedien wurde die Austausch-Aktion nach dem Attentat wieder aufgenommen. Für die Menschen ist das sicher ein Hoffnungsschimmer. Immerhin sollen laut Abkommen noch weitere 23.000 Menschen darauf warten, aus den vier Orten fortgebracht zu werden.

Busse mit Rebellen und ihren Familien bei Aleppo | Bildquelle: AFP
galerie

Rebellen und ihre Familien werden mit Bussen in den Westen Aleppos gebracht.

Die Situation dort soll katastrophal sein. So beschrieben es jedenfalls vergangenen Monat die Vereinten Nationen. Die Zivilisten seien gefangen in einer sich drehenden Spirale aus Gewalt und Entbehrung. Wegen des Mangels an Nahrung und Medikamenten sollen viele Menschen gestorben sein. In ganz Syrien sollen mehr als 600.000 Menschen unter den Folgen von Belagerung leiden.

Viele Tote bei Anschlag auf Buskonvoi
Björn Blaschke, ARD, zzt. Beirut
15.04.2017 21:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. April 2017 um 17:50 Uhr.

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