Nach dem Anschlag auf wartende Busse nahe Aleppo werden die Verletzten versorgt. | Bildquelle: AFP

Explosion nahe Aleppo Viele Tote bei Anschlag auf Buskonvoi

Stand: 15.04.2017 18:15 Uhr

In der Nähe der syrischen Stadt Aleppo ist ein Anschlag auf einen Buskonvoi verübt worden. Es soll viele Tote geben - zuletzt ist von 43 die Rede. In den Bussen saßen Menschen, die kurz zuvor aus von Rebellen belagerten Städten gebracht worden waren.

Bei einem Autobombenanschlag auf Busse mit Menschen aus zwei belagerten Orten sind im Norden Syriens viele Menschen getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London spricht inzwischen von 43 Toten und zahlreichen Verletzten. Die Bombe sei westlich von Aleppo detoniert, wo die Fahrzeuge seit mehr als 20 Stunden auf ihre Weiterfahrt gewartet hätten. Der Selbstmordattentäter habe am Steuer eines Transporters mit Lebensmittelhilfen gesessen, teilte die Beobachtungsstelle mit.

Anschlag auf wartende Busse nahe Aleppo | Bildquelle: REUTERS
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Dichte Rauchwolken sind nach der Explosion auf die wartenden Busse nahe Aleppo zu sehen.

Auch staatliche syrische Medien berichteten über den Anschlag, die von einem Anschlag von "Terroristen" sprachen. Sie meldeten zuletzt mindestens 39 Tote.

Dutzende Busse warteten seit gestern Abend am Rande Aleppos, um Bewohner aus den Orten Fua und Kafraja in die Stadt zu bringen. Die Fahrzeuge konnten nicht weiterfahren, weil die Umsetzung eines Abkommens zwischen Regierungsanhängern und Rebellen stockte. Aleppo wird inzwischen von Regierungstruppen kontrolliert.

Streit um regierungstreue Kämpfer?

Nach unbestätigten Angaben stoppte die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir al-Scham die Umsetzung des Abkommens, das unter Vermittlung des Iran und Katars ausgehandelt worden war. Sie fordere, dass etwa 100 regierungstreue Kämpfer in den Bussen aus Fua und Kafraja wieder in die beiden Orte zurückkehrten, weil sie entgegen dem Abkommen an Bord der Busse seien. Insgesamt sollten etwa 5000 Menschen aus den von Rebellen eingeschlossenen Orten Fua und Kafraja gebracht werden.

Zeitgleich sollen ungefähr 2200 Menschen aus von Regierungskräften belagerten Orten Madaja und Sabadani in die Provinz Idlib gebracht werden. Die Bewohner schilderten die harten Lebensbedingungen in den beiden Städten, die seit Sommer 2015 von regierungsnahen Kräften belagert werden. Bewohner mussten Nagetiere jagen und Gras kochen, um in den Wintermonaten nicht zu verhungern.

Anschlag auf Buskonvoi in Syrien
B. Blaschke, ARD Kairo, zzt. Beirut
15.04.2017 17:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. April 2017 um 17:50 Uhr.

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