Karte: Syrien mit Chan Scheichun

Berichte von Aktivisten Offenbar erneuter Luftangriff in Syrien

Stand: 08.04.2017 17:24 Uhr

Die nordsyrische Stadt Chan Scheichun ist offenbar erneut Opfer eines Luftangriffs geworden. Das meldeten Aktivisten. Demnach wurde eine Frau getötet und eine weitere Person verletzt. Unklar ist, ob syrische oder russische Kampfflugzeuge den Angriff flogen.

Nach dem mutmaßlichen Giftgas-Anschlag auf die nordsyrische Stadt Chan Scheichun hat es Aktivisten zufolge einen erneuten Luftangriff auf die Stadt gegeben. Eine Frau sei bei der Attacke nicht identifizierter Kampfflugzeuge im Osten des Ortes getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Eine weitere Person wurde demnach verletzt. Ob der Angriff von russischen oder syrischen Kampfflugzeugen geflogen wurde, ist unklar.

Am Dienstag waren nach einem syrischen Luftangriff auf Chan Scheichun mehr als 80 Menschen offensichtlich durch Giftgas getötet worden. Die syrische Regierung bestreitet, dieses eingesetzt zu haben.

Als Reaktion hatten die USA am Freitagmorgen 59 Marschflugkörper auf den Luftwaffenstützpunkt abgefeuert, von dem der Angriff am Dienstag ausgegangen sein soll. Es war das erste Mal, dass die USA die syrische Armee in dem Bürgerkrieg ins Visier nahmen.

"Wir sind vorbereitet, mehr zu unternehmen"

Die USA hatten am Freitagabend neue Aktionen nicht ausgeschlossen. "Wir sind darauf vorbereitet, mehr zu unternehmen, aber wir hoffen, dass das nicht nötig sein wird", sagte die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley. Syriens Präsident Baschar al-Assad dürfe nie wieder chemische Waffen einsetzen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu forderte weitere Schritte der USA, um Syriens Machthaber Assad zu entmachten. Aus Moskau kam dagegen erneut Kritik. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, es sei einer "der schwierigsten Momente der bilateralen Beziehung" zwischen den USA und Russland. "Wenn etwas vorhersehbar ist in den Vereinigten Staaten, dann ist es die Unberechenbarkeit ihrer Außenpolitik", sagte sie der Agentur Interfax zufolge im russischen Staatsfernsehen. Ähnlich äußerte sich der iranische Präsident, Hassan Ruhani.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Krise zwischen USA und Russland

Die amerikanische Militäraktion löste zwischen dem Assad-Verbündeten Russland und den USA eine Krise aus. Kremlchef Wladimir Putin hatte sie als Angriff auf die Souveränität Syriens bezeichnet. Der syrische Präsident Assad selbst nannte den Einsatz "rücksichtslos und unverantwortlich".

Die USA und eine Reihe westlicher Staaten geben der syrischen Luftwaffe die Schuld für den mutmaßlichen Giftgas-Angriff, obwohl bislang kein Beweis veröffentlicht wurde. Dass syrische Jets den Luftangriff ausführten, bestreitet zwar auch Russland nicht. Moskaus Darstellung zufolge wurde dabei aber ein Chemiewaffendepot der Rebellen getroffen.

Nach UN-Angaben starben in Chan Scheichun 84 Menschen - 546 wurden verletzt. Dem türkischen Gesundheitsministerium zufolge war das Nervengift Sarin eingesetzt worden.

Syrischer Luftwaffenstützpunkt wieder in Betrieb
tagesschau 17:00 Uhr, 08.04.2017, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Tote bei US-geführtem Luftangriff?

Bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition auf ein von der Terrormiliz "Islamischer Staat" gehaltenem Dorf in Nordsyrien sind nach Medienberichten und Angaben von Aktivisten mindestens 13 Zivilisten getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezifferte die Zahl der Getöteten auf 15, darunter vier Kinder. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von 13 Toten.

Das angegriffene Dorf Hneida liegt in der Provinz Al-Rakka, wo von den USA unterstützte syrische Kämpfer im Schutz der Luftangriffe gegen den IS vorgehen. Die Aktivistengruppe "Sound and Picture", die Gräueltaten des IS aufspürt, erklärte, der Angriff habe ein Internetcafé getroffen.

Über dieses Thema berichtete am 08. April 2017 die tagesschau um 17:00 Uhr und Deutschlandfunk um 17:00 Uhr.

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