Kämpfe in Syrien Russland hilft Assad - Armee rückt vor

Stand: 11.10.2015 11:46 Uhr

Im syrischen Bürgerkrieg sind die Regierungstruppen offenbar auf dem Vormarsch: Laut Opposition nahm die Armee zwei Orte im Westen ein. Dabei geholfen haben wohl auch russische Luftangriffe. Menschenrechtler haben Spuren für den Einsatz geächteter Waffen gefunden.

Die syrische Armee hat zwei Städte im Westen des Landes eingenommen. Nach Angaben der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte aus London sollen die Orte Tel Skak und Atschan wieder unter der Kontrolle der Regierungstruppen sein. Bei dem Manöver gegen nicht näher genannte Rebellen hätten auch Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz geholfen.

Kampf gegen Islamisten

Die Einnahme der Orte sei für die Regierungstruppen wichtig, da sie dadurch bis auf zehn Kilometer an die Stadt Chan Scheikun rücken, eine Hochburg der islamistischen Al-Nusra-Front in der Provinz Idlib. Die Al-Nusra-Front hatte die Stadt 2014 eingenommen. Dadurch erlangte sie Kontrolle über einen Teil einer Schnellstraße, die die Hauptstadt Damaskus mit der Mitte und dem Norden des Landes verbindet.

Syriens amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, den heftigen Kämpfen seien russische Luftangriffe gegen Aufständische vorausgegangen. Dabei seien mindestens 50 Regierungsgegner getötet worden. Der Westen und gemäßigte syrische Rebellen werfen dem Kreml vor, hauptsächlich gegen Aufständische ohne Verbindungen zur Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) vorzugehen.

USA und Russland sprechen über syrischen Luftraum

Ein von den USA angeführtes Bündnis fliegt seit gut einem Jahr ebenfalls Angriffe in dem Bürgerkriegsland. Gerichtet sind diese gegen den IS. Um Unfälle in der Luft zu verhindern, haben Vertreter der Verteidigungsministerien der USA und Russlands in einer etwa eineinhalbstündigen Videokonferenz miteinander gesprochen.

Dabei habe es Fortschritte gegeben, teilte Pentagonsprecher Peter Cook mit, ohne dies näher zu erläutern. Weitere Gespräche sollen folgen.

Hinweise auf russische Streumunition

Streubomben treffen im Krieg vor allem Zivilisten. Deshalb werden sie durch die Konvention gegen Streumunition international geächtet. | Bildquelle: AP
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Streubomben treffen im Krieg vor allem Zivilisten. Deshalb werden sie durch die Konvention gegen Streumunition international geächtet.

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wurde im seit gut fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg auch hoch entwickelte russische Streumunition eingesetzt. In der Nähe von Aleppo seien durch die Auswertung von Fotos Hinweise auf einen Gebrauch der international geächteten Munition gefunden worden. Laut HRW hat der Einsatz vor etwa einer Woche stattgefunden.

Unklar sei, ob die Waffe von russischen oder syrischen Einheiten eingesetzt worden seien. Die Bomben seien geeignet, um gepanzerte Fahrzeuge zu zerstören.

Streumunition ist durch ein internationales Abkommen seit 2010 von knapp 100 Ländern geächtet. Russland und Syrien gehören nicht zu den Unterzeichnern. Die Waffe ist deshalb so gefährlich, weil sie große Mengen von Sprengkörpern über weite Flächen verteilt und Menschen werden wahllos tötet und verletzt. Als Blindgänger sind sie vor allem für die Zivilbevölkerung gefährlich.

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