Gedenken in Stockholm nach dem Anschlag | Bildquelle: AFP

Nach Anschlag in Stockholm Trauer und Trotz

Stand: 10.04.2017 05:21 Uhr

"Wir sind alle Stockholmer": Aus Solidarität mit den Opfern des Anschlags haben Tausende Menschen in der Stadt an einer Kundgebung teilgenommen. Heute soll es eine landesweite Schweigeminute geben. Über den mutmaßlichen Täter ist inzwischen mehr bekannt.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Eindrucksvoller kann man sich nicht gegen Anschläge wie den vom Freitag stellen: Tausende Stockholmer waren am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein auf den großen Platz vor dem inzwischen wieder freigegebenen Ort des Anschlags ins Stadtzentrum gekommen - Trauer und Trotz gegen Gewalt. Die Botschaft der Menschen: ein Zitat von Martin Luther King: "Hass kann Hass nicht austreiben, das kann nur Liebe."

Viele standen Arm in Arm da, die Hände zum Siegeszeichen in die Luft gestreckt, als die Sängerin Sarah Dawn Finer die Hymne des Tages sang. "Moving on - Ich gehe weiter, ich werde stärker, nichts kann mich brechen." Eigentlich ist es das Lied einer unglücklichen Liebe. Heute ist es das liebevolle Widerstandsversprechen einer ganzen Stadt: Der Anschlag vom Freitag kann uns nicht aufhalten, er kann unser Leben nicht verändern. Wir machen weiter.

Appell für Zusammenhalt

Kurz zuvor hatte auch Regierungschef Stefan Löfven beim Kongress seiner Sozialdemokraten erneut an die Einheit und an den in diesen Stunden geradezu greifbaren Zusammenhalt der Schweden appelliert: "Ihr seid nicht allein. Heute versammeln sich viele Menschen auf dem Platz im Herzen Stockholms, um Gemeinsamkeit zu zeigen und um zu beweisen, dass wir uns niemals von Terrorismus auseinanderbringen lassen. Niemals!"

Mit einer landesweiten Schweigeminute wollen die Schweden heute der Opfer des Lkw-Anschlags in der Hauptstadt Stockholm gedenken. Ab 12.00 Uhr soll das öffentliche Leben für eine Minute ruhen, kündigte Löfven an.

Trauer und Ermittlungen nach Anschlag in Stockholm
tagesthemen 22:45 Uhr, 09.04.2017, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Alle Opfer identifiziert

Inzwischen veröffentlichte die Polizei neue Informationen über den Anschlag von Freitag sowie den mutmaßlichen Attentäter. Zunächst äußerte sich Polizeisprecher Jonas Hysing zu den Opfern. "Alle vier sind inzwischen identifiziert, ihre Angehörigen und diplomatischen Vertretungen sind informiert. Bei den Toten handelt es sich um zwei schwedische und um zwei ausländische Staatsbürger mit belgischer und britischer Nationalität."

Mutmaßlicher Täter sollte abgeschoben werden

Auch über den bereits am Freitagabend festgenommenen Tatverdächtigen ist mehr bekannt. Der 39-jährige Mann aus Usbekistan lebt seit 2014 in Schweden und sympathisierte offen mit der Terrororganisation IS. "Er hatte eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis beantragt, aber der Antrag ist abgelehnt worden. Er wurde dann von uns gesucht, weil er nicht mehr im Kontakt mit der Einwanderungsbehörde stand. Offenbar wollte er sich der bereits im vergangenen Jahr angeordneten Abschiebung entziehen."

Bestätigt sind inzwischen auch mehrere Hausdurchsuchungen und weitere, darunter auch vorläufige Festnahmen offenbar im Zusammenhang mit dem Anschlag. Die Polizei schließt nicht aus, dass es andere Tatbeteiligte gibt. Sie kontrolliert Ausreisende an der Grenze, um zu verhindern, dass eventuellen Mittätern die Flucht ins Ausland gelingt.

Gedenken in Stockholm nach dem Anschlag
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
09.04.2017 17:20 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. April 2017 um 00:00 Uhr und die tagesschau am 09. April 2017 um 17:15 Uhr.

Darstellung: