Stierkampf in Spanien: Ein Torero lockt den Bullen mit seinem Tuch | Bildquelle: dpa

Neues Gesetz auf Mallorca Ein Herz für Stiere

Stand: 24.07.2017 17:13 Uhr

Auf Mallorca wird Stierkampf in Zukunft deutlich anders aussehen: Das Regionalparlament hat untersagt, dass den Bullen in der Arena Leid zugefügt wird. Die Tiere dürfen auch nicht getötet werden - und müssen nur noch zehn Minuten in die Arena.

Der Stierkampf ist in Spanien extrem beliebt - aber auch seit Jahren umstritten. 2013 wurde die sogenannte Corrida sogar als "immaterielles Kulturgut" eingestuft. Aber die Zeiten ändern sich: In einigen Regionen wurde der Stierkampf bereits verboten. Auch auf Mallorca brechen für die Tiere nun bessere Zeiten an. Das einzig Rote, das in der Arena künftig zu sehen sein wird, ist das Tuch des Toreros - nicht aber mehr das Blut der Tiere.

Per Gesetz hat das Parlament der Balearen beschlossen, dass die Stiere während der sogenannten Corrida von den Toreros weder verletzt noch getötet werden dürfen. Jeder Bulle muss zudem nicht länger als zehn Minuten in die Arena. Bei Verstößen drohen Strafen bis zu 100.000 Euro.

Das künftig unblutige Spektakel ist außerdem nur noch für Erwachsene zugänglich - Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht mehr zuschauen. Und der Verkauf von Alkohol wird verboten.

Für das Gesetz stimmten der balearische Ableger der Sozialisten PSOE, die linksökologische Regionalpartei Més und die Linkspartei Podemos. Dagegen votierte die Opposition, allen voran die konservative Volkspartei (PP), der auch Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy angehört. Die PP hatte im Vorfeld gewarnt, dass die neue Regelung gegen das spanische Gesetz von 2013 verstoße, wonach die Corrida "immaterielles Kulturgut" ist.

Ein Torero lockt den Bullen mit seinem Tuch | Bildquelle: picture alliance / blickwinkel/T
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Das soll es künftig in Mallorca nicht mehr geben.

Neue Regeln auch beim traditionellen Stiertreiben

Aber nicht nur in der Arena gelten auf Mallorca künftig neue Regeln: Auch das berühmte Stiertreiben von Fornalutx, das seit 1882 alljährlich abgehalten wird, dürfe nicht mehr in seiner bisherigen Form durchgeführt werden, berichtet die spanische Nachrichtenagentur Europa Press.

Demnach wurde es zur Auflage gemacht, dass der Stier nicht mehr an ein Seil gebunden durch die engen Gassen der Tramuntana-Gemeinde gehetzt wird, sondern auf einem Gelände frei laufen darf. Beim letzten Stierlauf von Fornalutx hatten Tierschützer bereits versucht, die Veranstaltung zu blockieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Juli 2017 um 17:30 Uhr in der Kultur.

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