Interview zu Syrien "Keine komplette Niederlage der Rebellen"

Stand: 28.11.2016 21:40 Uhr

Der Vormarsch der Assad-Truppen in Aleppo bedeutet nach den Worten des Syrien-Experten Guido Steinberg noch lange nicht das Ende des Bürgerkriegs. In vielen ländlichen Gebieten seien die Rebellen weiter stark, sagte er in den tagesthemen.

Der Syrien-Experte Guido Steinberg spricht von einer "Zäsur und einer schweren Niederlage für die Aufständischen, wenn die Regierungstruppen tatsächlich die gesamte Stadt Aleppo einnehmen". Das Ende des Bürgerkriegs bedeute dies jedoch nicht, sagte der Forscher der Stiftung für Wissenschaft und Politik in den tagesthemen.

Die Rebellen seien in anderen Gebieten, etwa im ländlichen Raum um Aleppo oder in der ländlichen Gegend um Damaskus, immer noch stark. "Der Bürgerkrieg tritt also in eine neue Phase ein", ergänzte Steinberg.

Guido Steinberg, Stiftung Wissenschaft und Politik, zur Lage in Aleppo
tagesthemen 22:15 Uhr, 28.11.2016

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Rückhalt für Assad unterschätzt

Der Westen habe außerdem lange Zeit unterschätzt, wie stark der Rückhalt von Präsident Bashar al-Assad in Syrien noch sei. "2011 war für viele Kenner des Landes klar, dass Assad mehr Unterstützung hat als andere Despoten in der arabischen Welt, die damals sehr schnell stürzten", so Steinberg. Jetzt zeige sich, dass ein Teil der Bevölkerung hinter ihm stehe, auch wenn dies nicht unbedingt die Mehrheit sei. In den großen Städten etwa halte die Mittelschicht weiter zu Assad.

Auch die Unterstützung aus Moskau und Teheran sei Assad weiter gewiss. "Es ist vollkommen unrealistisch zu glauben, dass Russen und Iraner ihre Unterstützung in den nächsten Jahren einstellen werden - so dass wir mit Assad wahrscheinlich noch eine ganze Weile werden leben müssen."

Das syrische Regime hatte im Kampf um Aleppo die Rebellen in wichtigen Teilen der Großstadt zurückgeschlagen und damit eine neue Fluchtbewegung ausgelöst. Die Armee und ihre Verbündeten nahmen nach heftigen Kämpfen und Luftangriffen den kompletten Norden der Rebellengebiete Aleppos ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldeten.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. November 2016 um 22:15 Uhr.

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