Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag | Bildquelle: AFP

IStGH zu Kriegsverbrechen Entschädigung für Opfer von Kongo-Massaker

Stand: 24.03.2017 13:51 Uhr

Der Internationale Strafgerichtshof hat Opfern von Kriegsverbrechen im Kongo eine Entschädigung zugesprochen. Jeder Betroffene bekommt einen symbolischen Betrag von 250 US-Dollar. Weitere Entschädigungszahlungen sollen folgen.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat Opfern von Kriegsverbrechen im Kongo eine symbolische Entschädigung zugesprochen. Die 297 Opfer eines Massakers in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2003 sollten jeweils die "symbolische" Summe von 250 Dollar (etwa 231 Euro) erhalten, urteilten die Richter in Den Haag. Zusätzlich sollen sie eine kollektive Entschädigung in ungenannter Höhe erhalten. Damit sollen der Wiederaufbau der Häuser, Bildungsmaßnahmen sowie psychologische Betreuung finanziert werden.

Für das Massaker wird die Miliz des verurteilten kongolesischen Kriegsverbrechers Germain Katanga verantwortlich gemacht. Katanga war 2014 der Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Er verfolgte die Verhandlung über eine Videozuspielung in seine Zelle im Kongo.

"Besonders grausames" Massaker

Nach Einschätzung des IStGH ermöglichte Katanga durch Waffenlieferungen ein "besonders grausames" ethnisch motiviertes Massaker im Nordosten des Kongo. Dabei waren im Februar 2003 in Bogoro 200 Menschen überwiegend mit Macheten getötet und zahlreiche Frauen vergewaltigt worden.

Die individuellen und gemeinschaftlichen Schäden des Massakers werden auf rund 3,7 Millionen Dollar geschätzt. Der IStGH urteilte, dass Katanga persönlich für eine Million Dollar davon haftbar ist. Das Gericht erkannte aber die weitgehende Mittellosigkeit des 38-Jährigen an. Daher empfahlen die Richter, den Trust Fund des IStGH für die Entschädigung zu nutzen. Bis zum 27. Juni soll dieser einen Plan vorlegen, wie die Opfer entschädigt werden können.

Über dieses Thema berichteten am 24. März 2017 Deutschlandfunk um 12:30 Uhr und 13:00 in den Nachrichten und die Tagesschau u.a. um 16:00 Uhr.

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