Der beschädigte Airbus nach der Notlandung in Mogadischu | Bildquelle: AP

Untersuchung des somalischen Geheimdienstes Explosion in Airbus - es war eine Bombe

Stand: 05.02.2016 13:49 Uhr

Die Explosion an Bord eines Airbus-Jets über Somalia wurde vermutlich von einem Sprengsatz ausgelöst. Dies ergaben Untersuchungen des Geheimdienstes. Der Attentäter, der vermutlich an Bord war, zündete die Bombe offenbar zu früh.

Die Explosion in einem Passagierflugzeug über Somalia am Dienstag war vermutlich ein Terroranschlag. Ein Sprengsatz sei vermutlich von einer Person an Bord gezündet worden, gab ein Geheimdienstmitarbeiter in Mogadischu bekannt. Offenbar sei dem Attentäter ein Fehler unterlaufen. Wäre der Sprengsatz in größerer Flughöhe gezündet worden, hätte die Explosion verheerende Folgen haben können. So riss der Sprengsatz nur ein Loch in die Außenhülle.

Der Chef von Daalo Airlines, Mohammed Ibrahim Yassin, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass Experten sehr wahrscheinlich Sprengstoffrückstände in der Maschine gefunden hätten. Noch sei dies nicht zu 100 Prozent sicher. Ein Zwischenbericht werde in den kommenden Tagen veröffentlicht, so Yassin. Nach offiziellen Angaben sind sowohl ausländische Sprengstoffexperten als auch Airbus-Spezialisten an der Untersuchung beteiligt.

Ein Passagier durch Loch gezogen

Die Explosion in dem Airbus A321 der Daallo Airlines hatte sich rund 15 Minuten nach dem Abflug von Mogadischu in Richtung Dschibuti ereignet. Ein Passagier wurde offenbar durch das Loch nach außen gezogen und starb. Der Pilot konnte die Maschine in Mogadischu notlanden. Zwei der 74 Passagiere wurden verletzt. Bislang hat sich keine Terrororganisation zu dem mutmaßlichen Anschlag bekannt.

Al-Shabab-Miliz auf dem Vormarsch

In Somalia kämpft die Regierung sei Jahren gegen die islamistische Al-Shabab-Miliz. Mitte 2011 gelang es der rund 20.000 Mann starken Truppe der Afrikanischen Union (AU), die Rebellen aus Mogadischu und später auch aus anderen Städten des Landes zu vertreiben. Die Aufständischen verüben jedoch weiterhin regelmäßig Anschläge in Somalia und in Nachbarstaaten.

Al-Shabab ist auch militärisch noch nicht geschlagen: Kämpfer übernahmen Behörden und Augenzeugen zufolge die Kontrolle über den somalischen Hafen von Merka. Zuvor hatten sich die AU-Soldaten aus der Stadt zurückgezogen. Der strategisch wichtige Hafen von Merka liegt rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu. Der Hafen war seit 2012 unter der Kontrolle der Regierungstruppen sowie der AU.

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