Ermittlungen zu Sergej Skripal | Bildquelle: AP

Anschlag mit Nowitschok Verdächtige im Fall Skripal identifiziert?

Stand: 19.07.2018 10:44 Uhr

Vier Monate nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Skripal und seine Tochter gibt es offenbar eine neue Spur: Ermittler glauben laut einem Medienbericht, Verdächtige identifiziert zu haben.

Die britische Polizei glaubt einem Medienbericht zufolge, Verdächtige identifiziert zu haben, die den Nowitschok-Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal im März begangen haben könnten.

Die Verdächtigen seien in einem Abgleich von Aufnahmen von Überwachungskameras mit Listen der Personen, die um die Tatzeit nach Großbritannien eingereist seien, herausgefiltert worden, berichtete die britische Nachrichtenagentur Press Association (PA) unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Ermittler seien "sicher", dass es sich um Russen handele, zitiert die PA weiter.

Die Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren.

Russland verlangt Beweise

Derweil fordert Russland eine offizielle Erklärung der britischen Behörden zu den Verdächtigungen. "Ich will das von Scotland Yard oder dem Außenministerium hören", nicht aus der Presse, sagte der russische Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko, der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Polizistinnen vor dem Wohnhaus von Sergej Skripal in Salisbury (Archivbild). | Bildquelle: REUTERS
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Polizistinnen vor dem Wohnhaus von Sergej Skripal in Salisbury (Archivbild): Im März wurden der Ex-Spion und seine Tochter Julia vergiftet.

Skripal und seine Tochter waren im März in Salisbury mit dem Nervengas Nowitschok vergiftet worden und mussten wochenlang im Krankenhaus behandelt werden.

Gegenseitige Diplomatenausweisungen

Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus: London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen. Der Kampfstoff Nowitschok war in den 1970er und 1980er Jahren in der Sowjetunion entwickelt worden.

Nowitschok-Opfer in Amesbury

Anfang Juli war ein Paar im südenglichen Amesbury, unweit von Salisbury, ebenfalls mit Nowitschok in Berührung gekommen. Die Frau starb, ihr Mann wird weiter im Krankenhaus behandelt.

Experten untersuchen nach Polizeiangaben, ob das in Amesbury entdeckte Nervengift aus derselben Charge stammt wie das, mit dem die Skripals vergiftet wurden. Zudem versucht die Polizei herauszufinden, woher die Flasche kommt, die in Amesbury entdeckt wurde.

Nowitschok-Anschlag: Mutmaßliche Täter identifiziert
Anne Demmer, ARD London
19.07.2018 11:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Juli 2018 um 09:45 Uhr.

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