Polizisten stehen vor dem Islamischen Zentrum in Zürich. | Bildquelle: dpa

Mordanschlag in Moschee Der Täter war ein Schweizer

Stand: 20.12.2016 14:59 Uhr

Beim mutmaßlichen Angreifer auf das Islamische Zentrum in Zürich handelte es sich um einen Schweizer mit ghanaischen Wurzeln. Er soll für ein weiteres Tötungsdelikt verantwortlich sein. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund liegen laut Polizei nicht vor.

Nach dem Überfall auf ein islamisches Gebetszentrum in der Nähe des Zürcher Bahnhofs hat die Kantonspolizei einen unweit vom Tatort gefundenen Toten als Täter identifiziert. Es handelt sich demnach um einen 24-jährigen Schweizer ghanaischer Abstammung. Die Fahndung ist daraufhin eingestellt worden.

Keine Verbindung zu Islamisten

Der Schütze hatte am Montagabend im Gebetsraum der Moschee auf mehrere Gläubige geschossen und drei Männer im Alter von 30, 35 und 56 Jahren verletzt. Daraufhin tötete sich der Angreifer selbst. Das Gebetszentrum wird laut Medienberichten vor allem von Muslimen aus Nordafrika, Somalia und Eritrea aufgesucht.

Hinweise auf eine Verbindung des mutmaßlichen Angreifers zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" lagen laut Polizei nicht vor. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. "Wir wissen es nicht", sagte Staatsanwältin Francoise Stadelmann zur Suche nach dem Motiv. Ein terroristischer Hintergrund werde zum jetzigen Zeitpunkt aber ausgeschlossen. Möglicherweise spiele Okkultismus eine Rolle. Der Mann sei bisher nur wegen eines Raddiebstahls polizeilich erfasst worden. Er soll den Angaben zufolge wenige Tage zuvor aber auch schon einen Bekannten mit südamerikanischen Wurzeln erstochen haben.

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